14.02.2020 11:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Umwelt
Rhein von Pestiziden säubern
Die internationalen Rheinstaaten haben sich auf eine Säuberung des Flusses von Medikamentenresten, Pestiziden und anderen chemischen Stoffen verständigt.

In den nächsten 20 Jahren sollen diese Substanzen um 30 Prozent reduziert werden, sagte die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze am Donnerstag in Amsterdam.

«Wir sehen jetzt immer mehr Verunreinigungen, Spurenstoffe im Wasser, durch Landwirtschaft und Medikamente», sagte die Ministerin der Nachrichtenagentur DPA. Die Staaten setzen etwa auf eine Reduzierung beim Verursacher, noch bevor die Stoffe im Rhein landen. Damit seien auch Konsumenten gemeint, die Medikamente in der Toilette entsorgen.

Die Minister in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins verabschiedeten in der niederländischen Hauptstadt ihr Arbeitsprogramm bis 2040. 

Ziel ist es, den Rhein und seine Zuflüsse an den Klimawandel anzupassen. Niedrigwasser sei dabei ein neues Problem, sagte die deutsche Umweltministerin. «Das Dürrejahr 2018 war eine deutliche Warnung, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen könnte.» Auch das Hochwasserrisiko soll weiter gesenkt werden.

Lachs ahoi in der Schweiz

Frankreich sagte an der Amsterdamer Konferenz zu, auch die letzten Hindernisse für Wanderfische wie Lachse und Maifische zu beseitigen. Bisher wird der Zug der Fische noch an rund 300 Stellen etwa durch Schleusen gestoppt. 

Der Schweizerische Fischerei-Verband nahm mit Freude vom Durchbruch Kenntnis. Darauf habe die Organisation lange hingearbeitet. Alle sähen nur Vorteile, wenn der Lachs in die Schweiz zurückkehre. Mit der Sanierung der drei Kraftwerke in Frankreich bis 2026 rücke dieses Ziel näher. 

Gemäss dem Fischerei-Verband unternahmen alle Anrainerstaaten des Rheins grosse Anstrengungen, um dem Lachs seine Wanderung wieder zu ermöglichen. Frankreich war bisher ein Hemmschuh.

Die Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) arbeitet bereits seit 70 Jahren für den Gewässerschutz. Ihr gehören die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, die Niederlande und Vertreter der Europäischen Union an. 

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