24.10.2016 12:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Verbände
Rabatt für SMP
Seit fast 20 Jahren wurden die Beiträge der Mitgliedsorganisationen an den Schweizer Bauernverband (SBV) nicht verändert. Weil sich die Wertschöpfung stark verschoben hat, will der SBV nun die Ansätze anpassen.

Mitte der Neunzigerjahre war der Milchpreis fast doppelt so hoch wie heute. Auch die Getreidepreise waren wesentlich höher, die Anbaufläche grösser. Der Produktionswert der beiden Bereiche hat also abgenommen. Trotzdem bezahlen Milch- und Getreidebauern noch immer die gleich hohen SBV-Mitgliederbeiträge.

Schieflage korrigieren


Bei anderen Produktionsrichtungen wie etwa den Spezialkulturen, dem Geflügel, den Eiern, Mutterkühen oder Schweinen ist der Produktionswert mindestens gleich geblieben oder sogar gestiegen. Sie bezahlen also im Vergleich zu Milch- und Getreideproduzenten heute zu wenig. Insgesamt betragen die produktionsbezogenen Mitgliederbeiträge 2,27 Mio. Franken. Die Milchbauern etwa bezahlen davon alleine 1 Mio. Franken pro Jahr.

Gemäss den veränderten Produktionswerten müssten es heute aber nur noch rund 700'000 Franken sein. Diese Schieflage will der SBV nun korrigieren. Und offenbar bieten die Fachorganisationen, welche mehr bezahlen müssen, dafür Hand. «Ich denke, wir können dem SBV einen höheren Beitrag entrichten, wenn dieser bereit ist, unsere Anliegen zu vertreten», schreibt etwa Robert Raval, Präsident der Schweizer Geflügelproduzenten, in der «Geflügelzeitung».

Alle vier Jahre anpassen

Dem SBV ist es offenbar mit einer behutsamen Herangehensweise gelungen, die Mitgliedsorganisationen von einer Veränderung der Beiträge zu überzeugen. «Wir wollen mit einer Vernehmlassung erfahren, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Hiermit wollen wir die Basis haben, damit die Organisationen selber die entsprechenden Beiträge gemäss dem vorgeschlagenen Verteilschlüssel bewilligen», erklärt SBV-Präsident Markus Ritter. Es werde auch überprüft, wie die Beiträge eingezogen werden können.

Damit ein solches Hintennachhinken gegenüber den realen Veränderungen nicht mehr passiert, sollen künftig die Beitragsansätze alle vier Jahre angepasst werden, wozu ein rollendes Mittel der Produktionswerte über die letzten drei Jahre herangezogen wird. Aktuell ist es auf der Basis der Jahre 2013, 2014 und 2015 berechnet. Ziel ist es, das System per 1. Januar 2018 anzupassen. Insgesamt hat der SBV ein Budget von rund 17 Mio. Franken. Neben den 2,27 Mio. der Fachorganisationen kommen weitere 3,6 Mio. Flächenbeiträge via kantonale Bauernverbände. Den beachtlichen Rest erwirtschaftet der SBV mit Dienstleistungserträgen. 

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