16.05.2018 08:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sal
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Produzentenpreis auf Etikette?
Alt Nationalrat Josef Kunz fordert, dass der Produzentenpreis auf die Etikette kommt. Durch mehr Transparenz bei den Einkaufspreisen kommt am Ende mehr Geld zum Bauern, ist er sich sicher. Wie beurteilen Sie diesen Vorschlag? Mitdiskutieren und abstimmen

Konsumenten wissen in der Regel nicht, wie viel vom Konsumentenfranken tatsächlich an die Bauern fliesst. 1.5 Liter Apfelschorle kosten im Coop beispielsweise 2.60 Franken, davon fliessen aber lediglich 33 Rappen zum Bauern. Bei dem populären Milchmischgetränk Caffè Latte landen vom Verkaufspreis von rund 2 Franken nur 4.2 Rappen beim Milchbauern.

Preiswettbewerb nach oben

Dass vom Konsumentenfranken immer weniger beim Bauern landet, hat auch der Bundesrat in einem Bericht festgehalten: «Der Detailhandelspreis wird heute mehr von den Arbeitskosten, den Kosten für Infrastruktur und Vertrieb sowie für Marketing und Energie bestimmt als von den landwirtschaftlichen Rohstoffen, die nur noch etwa 20 Prozent des Endpreises ausmachen.» 

Damit die Konsumenten wissen, wie viel vom Verkaufspreis bei den Bauern landet, schlägt alt Nationalrat und Landwirt Josef Kunz (SVP) vor, den Produzentenpreis auf der Etikette aufzudrucken. Gegenüber «Schweizer Bauer» sagt der Luzerner, dass so ein Preiswettbewerb nach oben entstehen würde. Der Gute sei dann derjenige, der den Bauern mehr bezahlt, hält Kunz fest. Die Idee dahinter: Andere Detailhändler müssten bei den Preisen nachziehen, weil die Konsumenten dies erwarten. «Denn die Konsumenten wollen, dass der Bauer für die Produkte, die er liefert, korrekt bezahlt wird», sagt Kunz.

Detailhändler sollen Mut zeigen

«Wenn die Konsumenten wissen, dass es zum Bauern kommt, sind sie bereit, etwas mehr zu bezahlen», ist sich der Landwirt sicher. Auch bezüglich des Aufwands aufseiten der Verarbeiter sieht Kunz wenig Hindernisse. «Das ist kein Problem. Die Etiketten werden ja laufend gedruckt, und zwar mit dem jeweiligen Verfallsdatum. So kann der aktuelle, für das jeweilige Produkt bezahlte Produzentenpreis berücksichtigt werden», erklärt er. 

Bei stärker verarbeiteten und zusammengesetzten Produkten könne man die Summe der Produzentenerlöse abbilden fährt er fort. Er möchte aber, dass die Detailhändler das Aufdrucken freiwillig umsetzen. Einen staatlichen Eingriff lehnt er ab. «Ich rufe die Detailhändler auf, Mut zu zeigen und das anzupacken», fordert Kunz.

Niedriger Anteil muss thematisiert werden

Mehr Transparenz fordert auch der Schweizer Bauernverband. «Jede Massnahme, welche die Preistransparenz auf den Märkten verbessert, ist richtig», sagt Martin Rufer, der beim Schweizer Bauernverband das Departement Produktion, Märkte und Ökologie leitet. Der niedrige Anteil der Landwirtschaft am Konsumentenfranken müsse immer wieder zum Thema gemacht werden.

Wie beurteilen Sie die Idee von Josef Kunz? Würde es eine positive Wirkung auf die Produzentenpreise? Oder die Aktion gut gemeint, bringt aber am Schluss keine Wirkung? Abstimmen und mitdiskutieren.

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