26.10.2019 10:41
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Ausbildung
Neugier als treibende Kraft
Mit der ersten "Ebenrain-Nacht" feierte das Nordwestschweizer Bildungszentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung sein 100-Jahr Jubiläum. Da hiess es: Es war einmal… und warum Bildung vor allem Neugierde wecken muss.

Es war einmal... im Jahr 1919 als in Liestal eine 1. Klasse mit Landwirtschaftsschülern ihren Unterricht aufnahm. Seither haben sich Gesellschaft, Landwirtschaft und die Bildung stark verändert.

Provozierende Öffentlichkeitsarbeit

Für Regierungsrat Thomas Weber ist das Geld, das in die Bildung investiert wird eine äusserst nachhaltige Geldanlage. "Nachhaltig handeln, damit alle Generationen nach uns gut leben können", das hätten die Bauern eh im Blut betonte der Baselbieter Landwirtschaftsminister in Sissach.

Weiter sagte Weber:  Der Ebenrain wolle der produzierenden Landwirtschaft nachhaltige Perspektiven schaffen. Dazu sei aber auch eine selbstbewusste und manchmal provozierende Öffentlichkeitsarbeit nötig. Wo das Wissen und der Mut dazu vermittelt werden soll, dies sagte Weber nicht in seiner Kurzansprache.

Neugier als treibende Kraft

Für Peter Moser, Chef des Schweizer Archivs für Agrargeschichte und Co-Autor eines Buchs zum Thema, ist das Wichtigste der Ausbildung, dass die Absolventen selber zu denken lernen. Und für Alfred Buess, Präsident des landwirtschaftlichen Forschungsrates ist es die Neugier, die nie verloren gehen darf - lebenslang. Er richtete seinen Blick in die Zukunft.

In einem Punkt riet er der Landwirtschaft wieder bei 1919 anzudocken: Zurück zur Arbeitsweise ohne oder mit wenig fossiler Energie. Andererseits müsse im Umgang mit der digitalen Datenflut und dem explodierenden Wissen das Auge für das Wesentliche geschärft werden. In der Beziehung zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung müsse ein neues Miteinander definiert werden. Die zunehmende Polarisierung, die er heute beobachte, führe in eine Sackgasse.

Humor als Schlüssel

Zum nächtlichen Anlass kamen viele Hunderte ehemaliger Männer und Frauen, welche den Ebenrain seit den 1940er Jahren besucht haben. Unter ihnen auch Jakob Thommen, der die Landwirtschaftsschule 1943 abgeschlossen hatte. Lukas Kilcher und Dietrich Bögli vom Ebenrain amteten als Festmanager.

Zu später Stunde inszenierten die ehemaligen Schulleiter Matthias Hofer und Robert Wenger mit Bildern, Sketches und Schnitzelbänken das Ebenrain-Jahrhundert auf humorvolle Art und Weise. Dabei kam alles zur Sprache, was bislang nicht aufgegriffen wurde. Der Auftritt stand unter dem Motto "100 Johr Durlips-Seminar": "Vyyle Dankch und aadie zämme, s isch kchlaar, ass mir no äine nämme - und uns scho fröie - das isch woor - uf s Widersee ... in hundert Joor!"

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