13.10.2020 10:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Werbung
Neuer TV-Spot: Lovely zeigt Weide
Die Schweizer Milchproduzenten haben eine neue Werbekampagne mit der bekannten Lovely und Comedian Charles Nguela produziert. Der TV- und Online-Werbespot wurde am Montag erstmals ausgestrahlt.

Lovely gehört vermutlich zu den bekanntesten Werbefiguren der Schweiz. Bestimmt ist sie aber die «berühmteste» Kuh der Schweiz.

Und die hortragenden Holstein-Kuh zeigt in der neusten Kampagne ihren Auslauf. Sie geniesst den Weidegang mit den saftigen Gräser. Sie lässt sich auch nicht von hin und her hüpfenden Charles Nguela irritieren. 

Charles geniesst die Bewegungsfreiheit in vollen Zügen, Lovely schaut dem Geschehen entspannt zu. Doch plötzlich trübt etwas die Idylle. Doch das Herumtollen auf der Weide wird jäh unterbrochen, Nguela wird aus seinem Traum gerissen. Er ist zurück in seinem Büro, in dem er auf der Tastatur eingeschlafen ist.

Wie horizont.net schreibt, ist die Kernbotschaft des neuen Spots der viele Auslauf der Schweizer Kühe. Teil der Kampagne ist der neue Branchenstandard «swissmilk green». Die neue Marke wird seit dem 1. September 2019 auf den Produkten sichtbar. Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) haben das Logo in die Basiskampagne Schweizer Milch integriert. Die Farben des Logos haben folgende Bedeutung:

  • Swissness (rot)
  • Nachhaltigkeit und Natürlichkeit (grün)
  • Milch (weiss)

Produziert wurde der Spot von Jung von Matt/Limmat für die SMP produziert. Ausgestrahlt wurde der Spot erstmals am 12. Oktober. Ab Frühling 2021 wird der Spot mit einer OOH-Kampagne ergänzt. Die Abkürzung OOH steht für «Out-of-Home» und ist mit dem Begriff der Aussenwerbung gleichzusetzen. Unter Out-of-Home Werbung versteht man alle Werbemedien im öffentlichen Raum, wie Grossflächenplakate, Superposter oder Ganzsäulen, aber auch digitale Aussenwerbung.

Beim Branchenstandard «Nachhaltige Schweizer Milch» müssen die Produzenten 10 Grundanforderungen sowie 2 Zusatzanforderungen erfüllen, damit ihre Milch den Standard erfüllt. Die Verarbeiter müssen einen Nachhaltigkeitsnachweis erbringen. Der Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rp. wird seit dem 1. September 2019 für Molkereimilch im A-Segment ausbezahlt, die den Standard erfüllt. Die Branchenorganisation hofft, dass mittelfristig alle Schweizer Milchprodukte nach den Vorgaben produziert werden.

Zwingende 10 Anforderungen 

Fünf Anforderungen aus dem Bereich Tierwohl

RAUS-BTS: Die Kühe müssen an einem der beiden (oder beiden) Tierwohlprogramme des Bundes teilnehmen. BTS steht für besonders tierfreundliche Stallhaltung, RAUS steht für regelmässigen Auslauf.
Kälberhaltung: Die Mindesthaltedauer auf dem Geburtsbetrieb beträgt bei allen geborenen Kälbern 21 Tage.
Mindestmelkintervall: Die Kühe müssen mindestens zweimal pro Tag gemolken werden.
Einhaltung Richtlinien ASR: Die Tierhalter, welche mit ihren Tieren an Schauen und Aus-stellungen gehen, müssen sich verpflichten, die Richtlinien ASR einzuhalten.
Keine Trächtigkeit bei Schlachtkühen: Bei Schlachtkühen muss die Nicht-Trächtigkeit nachgewiesen gemäss der Branchenregelung Proviande eingehalten werden.

Zwei Anforderungen im Bereich Fütterung

Sojaschrot: Falls Sojaschrot in der Fütterung verwendet wird, muss dieses nachweislich aus nachhaltigen Quellen stammen.
Palmfett und Palmöl: Die Fütterung der Milchkühe kommt zu 100% ohne Palmfett oder -öl aus.

Drei weitere Anforderungen

Antibiotikaeinsatz: In der tiermedizinischen Behandlung dürfen ohne tierärztliche Anordnung keine kritischen Antibiotika verwendet werden, welche wegen der möglichen Resistenzbildung in der Humanmedizin umstritten sind.
Biodiversität: Das Bundesprogramm ÖLN muss erfüllt werden. Dies bedeutet, dass in der Regel mindestens 7% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche besondere Leistungen zur Biodiversität erfüllen.
Name der Kuh und Kalb: Jede Kuh hat ab Geburt einen Namen, welcher in der TVD eingetragen ist. Damit wird die für den Familienbetrieb typische Beziehung Tierhalter zum Tier zum Ausdruck gebracht.

8 Zusatzanforderungen (2 davon müssen die Bauern erfüllen)

RAUS und BTS
Ein Zusatzkriterium gilt als erfüllt, wenn der Milchbauer an den Bundes-Tierwohlprogramme BTS (besonders tierfreundliche Stallhaltung) und RAUS (regelmässigen Auslauf) teilnimmt.

Lebetagleistung
Im Talgebiet: Mehr als 8 kg Milch als Durchschnitt über die ganze Herde.
Im Berggebiet: Mehr als 6 kg Milch als Durchschnitt über die ganze Herde.

Antibiotika
Kein prophylaktischer Einsatz von Antibiotika bei Milchkühen. Als Beispiel angefügt werden Trockenstellen, Gebärmuttervorfall oder Mortellaro.

Komplementärmedizin
Im Krankheitsfall Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden wie Homöopathie oder Phytotherapie.

Soziale Absicherung
Die Entlöhnung von Familienarbeitskräften wird dokumentiert.

Anerkannter Lehrbetrieb

Weiterbildung
Das Betriebspersonal besucht mindestes während einem halben Tag pro Jahr eine Weiterbildung.

SchuB
Der Betrieb bietet mindestens einmal pro Jahr Schule auf dem Bauernhof an.

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