17.10.2013 12:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Nestlé
Nestlé ist im dritten Quartal wieder etwas stärker gewachsen
An die Wachstumszahlen des Vorjahres kann Nestlé dieses Jahr nicht mehr anschliessen. Und auch das selbst gesteckte Ziel dürfte der Nahrungsmittelkonzern bestenfalls nur knapp erreichen. Im dritten Quartal hat Nestlé aber wieder etwas an Wachstumsschwung zulegen können.

Zwar werden die Wachstumsraten nicht quartalsweise ausgewiesen.  Da Nestlé nach sechs Monaten aber noch ein organisches Wachstum von  4,1 Prozent ausgewiesen hatte und dieses nun über neun Monate  betrachtet auf 4,4 Prozent angestiegen ist, zeigt sich eine  Beschleunigung des Wachstums von Juli bis September.

Zwar hat Nestlé damit die Erwartungen der Finanzanalysten knapp  erreicht, hinter dem selbst gesteckten Ziel von 5 bis 6 Prozent  Wachstum bleibt der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in  Vevey VD aber klar zurück. 2012 hatte Nestlé das Ziel mit einer  Wachstumsrate von 5,9 Prozent noch erreicht.

Vor Journalisten und Analysten sagte Konzernchef Paul Bulcke am  Donnerstag aber, dass das so genannte Nestlé-Modell als  langfristiger Leitfaden zu betrachten sei. Demnach liegt Nestlé in  gewissen Jahren über den angestrebten Wachstumsraten, in anderen  allenfalls leicht darunter.

Für eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens müsse das  eigene Portfolio fortlaufend gestärkt werden. Zentral seien dabei  die Forschung und die Produkteentwicklung, aber auch Zukäufe von  Unternehmen und Verkäufe von Geschäftsfeldern. Wenn etwas nicht mehr zu Nestlé passe oder nicht auf  entsprechende Performance getrimmt werden könne, dann trenne man  sich davon, sagte Bulcke.

Wachstum in Schwellenländern wieder höher

Nestlés Umsatz von Januar bis September beläuft sich auf 68,4  Mio. Franken. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus  von 4,0 Prozent. Belastet wird der ausgewiesene Umsatz aber von der  Entwicklung der Devisenkurse - diese führte dazu, dass das in  Schweizer Franken ausgewiesene Umsatzplus 2,5 Prozentpunkte tiefer  ausfiel als in Lokalwährungen.

Im Laufe des vergangenen Jahres neu dazugekaufte  Unternehmensteile steuerten 2,1 Prozent Wachstum bei. Die 4,0  Prozent, um welche Nestlé seinen Umsatz aus eigener Kraft steigern  konnte, sind 3,0 Prozent auf Mehrverkäufe und 1,4 Prozent auf  Preisanpassungen zurückzuführen.

Erfolgreich um die Gunst der Konsumenten buhlte Nestlé sowohl in  Industrieländern wie auch in den aufstrebenden Entwicklungsländern  (Emerging Markets). Während der Nahrungsmittelmulti in den  Industrieländern gegenüber dem Vorjahr immerhin ein Umsatzplus von  1,0 Prozent verzeichnete, stiegen die Verkäufe in Märkten wie China  oder Brasilien um 8,8 Prozent.

Das Wachstum in den Schwellenländern ist damit im dritten  Quartal wieder besser als in den Monaten davor - in der ersten  Jahreshälfte wurde ein Plus von 8,2 Prozent ausgewiesen. Das Niveau  des Vorjahres, als in den neuen Märkten zweistellige Wachstumsraten  verzeichnet wurden, erreicht Nestlé aber bei weitem noch nicht.

Aussichten bekräftigt

Da Nestlé die Gewinnzahlen nur halbjährlich publiziert, ist  unklar, wie sich die Profitabilität des Konzerns in den vergangenen  Monaten entwickelt hat. In der ersten Jahreshälfte stieg der  operative Gewinn aber stärker als der Umsatz.

Mit Blick auf das ganze laufende Jahr geht Nestlé weiterhin  davon aus, das Wachstumsziel von 5 Prozent zu erreichen und die  operative Marge wie auch den Reingewinn steigern zu können.

Bei den Investoren kam die Bekräftigung der Jahresziele gut an:  Der Kurs der Nestlé-Aktie stieg am Donnerstag bis 11.30 Uhr  gegenüber dem Vorabend um 2,7 Prozent, derweil der Markt gemessen  am Swiss Market Index (SMI) nur knapp 0,6 Prozent zulegen konnte.

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