11.01.2016 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Bern
Landwirte als Bauernopfer
Am diesjährigen Podium der Berner Landwirtschaft in Münsingen BE standen am Freitagabend Marktpartnerschaft und Ethik im Mittelpunkt.

Der herrschende Neoliberalismus führe zu einem Gegeneinander und einem fehlenden Blick aufs Ganze, sagte Wirtschaftsethiker Heinrich Anker an dem vom Berner Bauernverband organisierten Podium. Anker ist der Meinung, dass viele Bauern diesem Markt einen hohen Tribut bezahlen. "Die Bauern sind die Bauernopfer", so der Wirtschaftsethiker.

Neue Ernährungstrends

Unter der Leitung von Markus Aebi, VR-Präsident der Schweizer Agrarmedien (Bauernzeitung), diskutierten Meisterlandwirt Andreas Flückiger, Claude Bigler vom Fleischverarbeiter Bigler AG, Roland Frefel von Coop sowie der Heinrich Anker anschliessend über Marktpartnerschaft im Agrarbereich. Diskutiert wurde dabei viel über die Konsumenten: Sind diese bereit, für Qualität und weitere Leistungen mehr zu bezahlen? Oder bestimmt letztlich der Preis alles? Kann man Konsumenten erziehen?

Für Roland Frefel ist klar, dass ein grosser Teil der Konsumenten weiterhin in erster Linie auf den Preis schauen wird. Doch er stellte auch klar, dass es immer mehr neue Trends gibt, aufgrund derer der Wert des Essens wieder steigen könnte. Die Vorstellungen von Heinrich Anker, der für ein ökonomisches Miteinander über die ganze Wertschöpfungskette inkl. Kunden plädierte, bezeichnete er aber als teilweise etwas gar romantisch.

Schweizer mögen Hochpreisiges

Dass die Schweizer Konsumenten aber sehr wohl auch hochpreisige Dinge mögen, betonte Claude Bigler. Er sieht es aber kritisch, dass hierzulande vor allem Edelstücke konsumiert werden, während viele andere Teile des Tiers verschmäht werden. Dieses Verhalten führt dazu, dass jährlich viele Edelstücke importiert werden müssen.

Dass ganze Tier besser vermarkten könne man über den Direktverkauf, sagte Landwirt Andreas Flückiger. Er hält auf seinem Hof Galloway und Simmental/Limousin und bietet der Kundschaft Mischpakete an. Flückiger beklagte aber, dass die Produzentenpreise immer tiefer fallen und die Bauern deshalb Mühe haben, profitabel zu wirtschaften.

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