10.12.2019 09:47
Quelle: schweizerbauer.ch - awp
Betriebsführung
Korruption weit verbreitet
Korruption ist nach Ansicht der EU-Wirtschaft ein grosses Problem in der EU. Durchschnittlich fast zwei von drei Unternehmen halten Korruption in ihrem Land entweder für «sehr verbreitet» (28 Prozent) oder für «ziemlich verbreitet» (35 Prozent), wie aus einer am Montag vorgestellten Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission hervorgeht. Darin werden grosse nationale Unterschiede deutlich.

So sind die Werte für Deutschland nur halb so hoch wie im EU-Schnitt. 12 Prozent der deutschen Unternehmen halten Korruption für «sehr verbreitet», 19 Prozent für «ziemlich verbreitet». Geringere Gesamtwerte gibt es nur in Schweden, Luxemburg und Dänemark. In Rumänien hingegen geht fast jedes Unternehmen von sehr oder ziemlich verbreiteter Korruption aus (97 Prozent). Ähnlich hohe Werte gibt es in Griechenland (95), Portugal (92), Kroatien und Italien (beide 91) sowie in Slowenien (90). EU-weit ist der Wert seit 2013 von 75 auf 63 Prozent gefallen, in Deutschland sogar von 58 auf 31 Prozent.

«Korruption untergräbt Demokratie und Rechtsstaat, die Grundlagen unserer europäischen Gesellschaft. Mit der Zeit vertieft ihr Einfluss Ungleichheit und untergräbt den sozialen Zusammenhalt», sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson anlässlich des weltweiten Anti-Korruptions-Tages am Montag. Die EU habe in den vergangenen Jahren wichtige Schritte unternommen und werde weiter daran arbeiten.

So gibt es in der Staatengemeinschaft seit Frühjahr einen besseren Schutz für Whistleblower, die Hinweise geben auf Verstösse gegen EU-Recht im Bereich der Geldwäsche, der Unternehmensbesteuerung oder des Datenschutzes. Im Juli forderte die EU-Kommission die EU-Staaten dazu auf, die Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche besser umzusetzen. Und bis Ende kommenden Jahres soll die neue EU-Staatsanwaltschaft ihren Dienst aufnehmen. Sie wird sich zunächst Straftaten mit Bezug zu EU-Geld widmen.

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