12.08.2020 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/jgr
Lebensmittel
Keine Chance für krumme Rüebli?
Während des Lockdowns nahmen Detailhändler auch Gemüse und Früchte ins Sortiment, das nicht der Norm entsprach. Obwohl die Nachfrage gross war, sind diese Produkte wieder weitgehend aus den Läden verschwunden.

Im Frühling während des Corona-Lockdowns vergrösserten Coop und Migros ihr Angebot an Gemüse und Früchten, die nicht der Norm entsprachen, wie die Stiftung für Konsumentenschutz in einer Mitteilung schreibt.

Inzwischen sucht man wieder oft vergebens nach Gemüse und Früchten, die etwas aus dem Rahmen fallen. Stichproben in verschiedenen Orten und verschiedenen Detailhändlern zeigen: In kleineren und mittleren Läden von Coop und Migros sowie bei anderen Anbietern (Denner, Aldi, Lidl)  ist das Angebot gleich null, einzig in grossen Filialen findet man vereinzelt Produkte. Auch in den Online-Shops ist das Angebot quasi inexistent. In der Migros ist es ohnehin schwierig, diese Produkte zu erkennen: Im Gegensatz zu Coop, welche diese unter der Marke «Ünique» anbieten, hat Migros dafür keine eigene Linie.

Eine nicht-repräsentative Online-Umfrage vom Konsumentenschutz, FRC und ACSI mit 4150 Teilnehmenden hat gezeigt: Knapp die Hälfte der Konsumentinnen hat solche Produkte in den Läden bereits wahrgenommen, über 50 % gaben an, während dem Lockdown, als das Angebot verfügbar war, mehr davon gekauft zu haben. 66 % Prozent wollen dies auch in Zukunft vermehrt tun und immerhin ein Viertel der Antwortenden geben an, dass solche Früchte und Gemüse nicht zwingend günstiger angeboten werden müssen.

Das zeigt, dass die Kaufbereitschaft der Kundinnen und Kunden grösser ist als die Bereitschaft der Detailhändler, diese auch anzubieten. Stichproben in den Läden hätten jetzt aber gezeigt, dass bereits im August diese Angebote wieder weitgehend verschwunden sind, heisst es weiter in der Medienmitteilung. 

Die Konsumentenorganisationen verlangen mehr Engagement von den Grossverteilern gegen Foodwaste. Unförmige Kartoffeln, krumme Rüebli und Früchte mit Flecken sollen eine Chance bekommen. Denn, vom Feld bis zum Teller geht in der Schweiz ein Drittel aller Lebensmittel oder knapp 3 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren.   


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