27.10.2014 07:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Bern
Kanton Bern «verschenkt» Direktzahlungen
Viele Berner Bauern können 2014 keine Landschaftsqualitätsbeiträge beziehen und haben nun tiefere Übergangsbeiträge.

Ein landwirtschaftlicher Berater drückte es kürzlich so aus: «Mit dem Entscheid, im Jahr 2014 den Bezug von Landschaftsqualitätsbeiträgen (LQB) nicht flächendeckend, sondern nur in den drei regionalen Naturpärken zu ermöglichen, hat der Kanton Bern Geld (d.h. Direktzahlungen des Bundes an die Landwirte) verschenkt.»

Die Zentralschweizer Kantone, die Waadt, die beiden Appenzeller Kantone und auch das Bündnerland haben es geschafft, dass im Jahr 2014 alle Landwirte Landschaftsqualitätsbeiträge beziehen dürfen. So wird 2014 schweizweit mehr Geld als geplant in die LQB fliessen. Daraus resultiert ein tieferer Faktor bei den Übergangsbeiträgen. Es fliessen also heuer Bundesgelder (als LQB) etwa ins Bündnerland statt ins Bernbiet (als Übergangsbeitrag).

Zuerst andere Lage

2014 gibt es LQB erst in den drei regionalen Naturpärken, 2015 im ganzen Kanton. Den Entscheid zu dieser stufenweisen Einführung der LQB fällte die Fachkommission ökologischer Ausgleich am 18. Oktober 2013, dabei wurde sie von der Volkswirtschaftsdirektion unterstützt. Florian Burkhalter, Bereichsleiter ökologischer Ausgleich und Verträge im Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat), teilt ferner mit, dass bis Ende September 2013 gemäss Informationen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) davon auszugehen gewesen sei, dass für 2014 ein limitiertes Budget von 4 Mio. Fr. für den Kanton Bern zur Verfügung stehen wird. 

Diese Voraussetzung hätte bei einer flächendeckenden Einführung zu massiven Budgetüberschreitungen geführt. Es wurde dann klar, dass für eine flächendeckende Einführung per 2014 zusätzliche Ressourcen zur Verfügung hätten gestellt werden müssen (andere Kantone heuerten dafür externe Büros an).

2015 für alle LQB

Laut Burkhalter werden die LQB-Projekte für die übrigen Regionen im Jahr 2015 bis am 31. Oktober 2014 an den Bund gesandt, sodass das BLW diese bewilligen kann. Er weist auch darauf hin, dass das GELAN als wichtiges Vollzugsinstrument ab 1. Januar 2015 für die Erfassung der LQB-Massnahmen durch die Landwirte bereit sei.

Auch können die Erfahrungen von heuer bei der flächendeckenden Einführung im nächsten Jahr berücksichtigt werden. Fazit: Die Grösse des Kantons Bern (34-mal grösser als  Appenzell Innerrhoden) und die durch das BLW sehr spät festgelegten Rahmenbedingungen zur AP 14–17 haben entscheidend zur stufenweisen Einführung beigetragen.

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