10.02.2014 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Ja zu Umzonung – Bikepark nun möglich
Die Stimmberechtigen der Berner Vorortsgemeinde Köniz haben einer Zonenplanänderung in Oberried deutlich zugestimmt und damit den Velobetrieb legalisiert. Betroffene Landwirte haben gegen die Überbauungsordnung Einsprache eingelegt. Thömus- Gründer Thomas Binggeli ist erleichtert.

Vor 18 Jahren gründete Thomas Binggeli auf dem elterlichen Hof eine Velowerkstatt. Das Unternehmen „Thömus“ ist mittlerweile zu einem stattlichen Unternehmen angewachsen. Bekannt wurde dieses auch durch das E-Bike „Stromer“, das nun aber im Besitz des weltweit tätigen Veloherstellers BMC ist. Binggeli ist im Verwaltungsrat von BMC.

Kulturlandverlust befürchtet

Damit Kunden die Velos besser testen können, plante Binggeli in Oberried auf einer Fläche von 3,2 Hektaren einen Bikepark. Das Projekt wurde zusammengestutzt, ein Sessellift und Downhill-Strecke wurden gestrichen. Um den Betrieb in der Landwirtschaftszone zu legalisieren, wurde eine Überbauungsordnung geschaffen. Landwirte in Oberried haben dagegen Einsprache erhoben.

Sie machten geltend, dass durch die Umzonung wertvolles Kulturland verloren gehe. Zudem wurde befürchtet, dass die Strassen und Wege in der Gegend nicht für übermässigen Verkehr ausgelegt seien. Alternativstandorte seien nicht geprüft worden, machten Landwirte geltend. Daniel Krähenbühel und seine Berufskollegen wollten stattdessen eine Weilerzone schaffen, damit Bauern und Thömus in angepassten Rahmen nebeneinander wirtschaften könnten.

Binggeli will sich mit Kritiker an den Tisch setzen

Thomas Binggeli fürchtete bei einem Nein um das Weiterbestehen von „Thömus“. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile rund 40 Personen. Bei einem Nein hätte er keinen Plan B gehabt, sagte er in der Montagsausgabe der „Berner Zeitung“. Die Könizer haben der Überbauungsordnung aber deutlich (60,6 Prozent Ja-Stimmen) zugestimmt. Binggeli will sich nun mit den Kritikern an einen Tisch setzen. „Wir müssen zusammen zuerst eine gute Lösung finden“, erklärt Binggeli. Erst danach will er die Geschäftsstrategie anpassen.

Zufrieden zeigt sich auch die 40‘000-Einwohner zählende Gemeinde Köniz. Gemeinderätin Katrin Sedlmayr nennt für das Ja mehrere Gründe. So seien viele Bedenken aus der Mitwirkung aufgenommen worden. Die Vorlage biete zudem klare Regeln und Rechtssicherheit. Und schliesslich hätte die Bevölkerung Sympathien gegenüber dem Unternehmen und der Marke „Thömus“, sagt sie gegenüber der „Berner Zeitung“.

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