11.06.2015 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Inforama: Versprechen nicht eingehalten
Zu Beginn dieser Woche informierte der Kanton Bern über die Führungsstruktur des landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Inforama. Der Berner Bauernverband und der Verband Bernischer Landfrauenvereine sind unzufrieden. Grund: Die Bäuerinnen mit dem Kompetenzbereich Hauswirtschaft haben keinen eigenen Sitz in der Geschäftsleitung.

Am Montag präsentierte der Vorsteher des Amts für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (Lanat), Urs Zaugg, an einer Informationsveranstaltung die neue Führungsstruktur. „Es handelt sich um ein schlankes Modell mit einer zweckmässigen Gliederung der Fachbereiche und Ressorts“, liess sich Zaugg in der Mitteilung zitieren.

Ab dem 1. Juli wird die Geschäftsleitung des Inforama nebst dem Leiter Markus Wildisen, der seit dem 1. Juni im Amt, fünf weitere Mitglieder aufweisen:

• Markus Wildisen, Leiter Inforama
• Fachbereich berufliche Grundbildung
• Fachbereich Berufsmaturität
• Fachbereich höhere Berufsbildung
• Fachbereich Beratung
• Fachbereich Support

Ausbildung der Bäuerinnen eminent wichtig

Keinen Unterschlupf in der Geschäftsleitung fanden die Berner Bäuerinnen. Das stösst auf Kritik. Der Berner Bauernverband moniert, dass entgegen gemachter Zusagen die Bildung Bäuerin nicht im neuen Geschäftsleitungsgremium vertreten ist. Die Aus- und Weiterbildung der Bäuerinnen im Kanton Bern sei aber eminent wichtig, schreibt der Verband am Donnertag. „Die Nachfrage nach den Bildungsgängen am Inforama ist gross“, heisst es weiter.

Der Berner Bauernverband fordert, dass die Hauswirtschaft und die Bildung Bäuerin eine entsprechende Positionierung in der Führungsstruktur des Inforama erhält.

"Frauen sind Verliererinnen"

Auch der Verband Bernischer Landfrauenvereine (VBL) ist ob dem Vorgehen der Volkswirtschaftsdirektion von Regierungsrat Andreas Rickenbacher enttäuscht. Das Fehlen des Kompetenzbereichs Hauswirtschaft in der Führung ruft harsche Kritik hervor. „Nach Ansicht des Berufsverbandes der Berner Bäuerinnen wird damit der Stellenwert der Bäuerin und der Hauswirtschaft klar geschwächt“, so die deutliche Botschaft im Communiqué des VBL.

Die Frauen gehörten einmal mehr zu den Verliererinnen in der Entscheidungsfindung des Lanat und der Volkswirtschaftsdirektion. „Für einen der führenden Agrarkantone ein schwer verständlicher Entscheid“, betont der VBL.

Kritisiert wird auch der schnelle Entscheid bezüglich Führungsstruktur. Der Bauernverband forderte im Vorfeld, dass der neue Leiter zuerst während drei Monaten die Institution kennen lernen sollte. Und erst danach hätte ein „finaler Entscheid“ gefällt werden sollen, betont der Berner Bauernverband.

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