2.12.2019 12:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Hondrich: 11-ha-Betrieb verpachtet
Der Kanton Bern hat für den Gutsbetrieb Hondrich bei Spiez einen neuen Pächter gefunden. Ab dem 1. Januar 2021 wird die Familie Wyss aus Aeschiried BE den Betrieb bewirtschaften. Der derzeitige Pächter hat Anfang 2019 entschieden, den Pachtvertrag nicht zu verlängern.

Der Pachtbetrieb liegt auf einer Höhe von 780 Metern über Meer und hat eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 9,92 Hektaren. 

Nach ÖLN-Richtlinien

Um die Existenzgrundlage der neuen Pächterschaft zu sichern und die praktische Ausbildung der Lernenden des Inforama zu gewährleisten, kann der neue Pächter mit der Schlüsselmatte in Spiez mehr Land zupachten. Die Fläche wächst so auf 11 Hektaren. Zusätzlich werden zusätzlich Gebäude zur Verfügung gestellt. 

Ein Auswahlgremium aus Politik, Landwirtschaft und Verwaltung hat die Bewerbungen beurteilt. Den Zuschlag hat die Familie Wyss erhalten, wie der Kanton Bern am Montag mittels Communiqué mitteilte. Sie wird den Gutsbetrieb nach den Kriterien des ökologischen Leistungsnachweises bewirtschaften. 

Bio-Umstellung soll geprüft werden

«Der Kanton und die neue Pächterfamilie haben sich verpflichtet, in den kommenden Jahren eine Umstellung auf Bio-Landbau zu prüfen, sobald die Ställe den entsprechenden Vorgaben genügen», heisst es weiter. Die Schlüsselmatte wird die Familie Wyss bereits ab 2020 bewirtschaften. Als Pächterwohnung steht im Areal entweder ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung mit Studio zur Verfügung.

Mitte Januar 2019 gab der Kanton bekannt, dass der derzeitige Pächter Christian Berger die Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs Hofstatt beim Inforama Berner Oberland in Hondrich auf Ende Dezember 2020 aufgeben wird.

Diskussion um Bio

Vor vier Jahren gab es eine intensive Diskussion rund um den Betrieb. Weil eine Stallerweiterung auf dem Hondrich nicht möglich war, wollte der Pächter mit einem konventionell produzierenden Landwirt eine Betriebsgemeinschaft eingehen, um eine Stallbau-Lösung realisieren zu können. Dazu musste er beim Kanton Bern ein Gesuch einreichen, um den Betrieb nicht mehr nach Bio-Suisse-Richtlinien zu bewirtschaften.

Dies wiederum wollten die Grossratsmitglieder Kilian Baumann (Grüne) und Regina Fuhrer (SP) mittels Motion verhindern. Dem Gesuch des Pächters wurde schliesslich stattgegeben. «Auf Basis verschiedener Abklärungen hat das Inforama dieses Gesuch bewilligt, damit für den Kleinbetrieb Hondrich der Weg für eine betriebswirtschaftlich sinnvolle und für den Kanton Bern kostengünstige gemeinschaftliche Lösung geebnet wird», teilte die Volkswirtschaftsdirektion im September 2015 mit.

2000 auf Bio umgestellt

Die Biostrategie auf dem Gutsbetrieb des Inforamas Hondrich habe im Oberland kaum Signalwirkung gehabt, sagte Hanspeter Baumann vom Inforama damals. Ausserdem habe es sehr viele Nebenerwerbsbauern, die von der Arbeitsbelastung her die konventionelle Landwirtschaft bevorzugten. Daher sei die biologische Bewirtschaftung des Schulbetriebs in Hondrich unter den Oberländer Bauern nur wenig zur Kenntnis genommen worden.

Der Gutsbetrieb wurde im Jahr 2000 auf die Richtlinien von Bio Suisse umgestellt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE