4.06.2013 18:44
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Getreide
Getreide: Erträge dürften sich auf dem Vorjahresniveau belaufen
Die Branchenorganisation Swiss Granum rechnet in diesem Jahr im Vergleich zu 2011 mit stabilen Erntemengen beim Getreide. Doch aufgrund der Witterungsverhältnisse sind Aussagen nur bedingt möglich. Regional dürften jedoch Unterschiede auftreten.

Die Brotgetreideernte wird in diesem Jahr auf 460'000 Tonnen geschätzt und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert (419'000 Tonnen). Eine deutliche Zunahme wird beim Brotweizen erwartet. Die Ernte soll um über 40'000 Tonnen auf 437'000 Tonnen steigen. Bei den übrigen Brotgetreidesorten bleiben die zu erwartenden Mengen ziemlich. Beim Dinkel wird eine Abnahme, beim Roggen hingegen eine Zunahme erwartet.

Brotgetreidefläche stabil

„Die Einflüsse der Witterung auf das Pflanzenwachstum sowie die Ertragsaussichten können momentan noch nicht genau abgeschätzt werden“, schreibt Swiss Granum am Dienstag in einem Communiqué zur Ernteschätzung des Monats Mai. Doch aufgrund der Nässe müsse mit regional unterschiedlichen Erträgen gerechnet werden. Exaktere Angaben würde erst die Ernteschätzung des Junis zeigen.

Bei der Fläche wurden nicht grosse Veränderungen festgestellt. Diese nimmt marginal ab (-200 ha auf 82'360 ha). Der Rückgang ist vor allem auf die geringeren Aussaatflächen des Dinkels (-480 ha auf 3200 ha) zurückzuführen. Die Brotweizenfläche (+200 ha auf 77'100 ha) und jene des Roggen (+80 ha auf 1’850 ha) wuchsen leicht.

Futtergetreide: Inlandproduktion vermag Nachfrage bei weitem nicht decken

Der Ertrag beim Futtergetreide dürfte sich 2013 mit 445'000 Tonnen in der Höhe des Vorjahrs bewegen. Die Ernte bei der Gerste 5'400t tiefer geschätzt als 2011 (180'000 Tonnen), jene beim Futterweizen soll um 2000t (57'000 Tonnen) höher ausfallen. Die Erträge bei der Triticale bewegen sich im Rahmen des Vorjahres (54'000 Tonnen). Nicht klar sei jedoch, wie viel Mais aufgrund der tiefen Temperaturen und den Verzögerungen aufgrund der Witterung effektiv gesät werden konnte. „Insgesamt muss wie in den Vorjahren mit einer Futtergetreideernte gerechnet werden, welche den Inlandbedarf bei weitem nicht decken kann“, mahnt Swiss Granum.

Die Anbaufläche erhöht sich im Vergleich zu 2012 minimal um 100 ha. Die Anbauflächen von Gerste, Hafer und Mais stiegen leicht an, jene des Futterweizens sowie der Triticale sind gesunken. Insgesamt wurden in der Schweiz 64'780 ha Futtergetreide ausgesät. In der ersten Schätzung ging Swiss Granum noch von einem Rückgang der Futtergetreidefläche aus.

Stabile Verhältnisse bei den Ölsaaten und Eiweisspflanzen

Bei den Ölsaaten und Eiweisspflanzen werden die Anbaufläche und die Ernteprognose durch die zweite Ernteschätzung bestätigt, schreibt die Branchenorganisation. Beide Grössen bleiben verglichen mit 2012 stabil. Die Fläche nimmt um 150 ha auf insgesamt 27'150 ha zu. Die Erträge sollen sich auf 82'700 Tonnen belaufen. Bei den Sonnenblumen wird eine leichte Steigerung des Ertrags im Vergleich zum Vorjahr erwartet (+1100 auf 10'300 t).

Swiss Granum lässt vom Geschäftsbereich Statistik des Schweizerischen Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und August mehrere Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe, Stichprobenerhebungen bei rund 1‘000 Getreide- und Ölsaatenproduzenten sowie die Ergebnisse der eidgenössischen Betriebsstrukturerhebung.

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