30.04.2013 10:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
St. Gallen
Geothermie-Projekt St. Gallen: 2,5 Kilometer Stahlrohre eingebaut
Die Bohrarbeiten für das geplante Geothermie-Kraftwerk in St. Gallen laufen nach Plan: Die zweite Bohretappe steht kurz vor dem Abschluss. In den ersten acht Wochen haben sich die Meissel knapp 2500 Meter tief ins Erdreich gefressen.

Nachdem in der vergangenen Woche die geophysikalischen Messungen durchgeführt wurden, folgte am Wochenende der Einbau der 2,5 Kilometer Stahlrohre, wie die Stadt St. Gallen am Montag mitteilte. Bis Dienstagabend werden diese nun zementiert.

Gegen Ende der Woche ist somit alles bereit für den Start der dritten und vorletzten Bohrsektion, die bis in rund 4000 Meter Tiefe führt. Für die ersten 2500 Meter waren nur drei Meissel notwendig, einer davon schaffte sogar «Schweizer Rekord verdächtige» 1170 Meter.

Strom und Fernwärme

Mitte Juni hoffen die Fachleute das Zielgebiet in 4000 Metern Tiefe zu erreichen. Danach folgen während drei Wochen Pump-Tests,  und etwa Anfang Juli soll klar sein, ob und in welcher Menge heisses Wasser «angezapft» wurde. Wenn nötig wird danach noch 500 Meter tiefer gebohrt oder ein «Sidetrack» (Abzweigung) angelegt.

Im besten Fall wird durch die Bohrleitung 140 Grad heisses Wasser nach oben schiessen. Dieses wird im Geothermie-Kraftwerk im Sittertobel zur Stromerzeugung genutzt. Zudem sollen Tausende von Gebäuden in der Stadt umweltfreundlich mit Erdwärme geheizt werden.

160-Millionen-Projekt

Das Projekt ist für die Stadt St. Gallen eine Chance, aber auch ein finanzielles Risiko. Die Stimmbürger hiessen 2010 einen Kredit von 160 Millionen Franken mit grossem Mehr gut. Etwa die Hälfte davon kosten die Tiefenbohrung und der Bau des Kraftwerks. Die andere Hälfte ist für den Ausbau des Fernwärmenetzes vorgesehen.

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