21.08.2013 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
St. Gallen
Geothermie-Projekt: Keine spürbare Nachbeben
Vor einem Monat hat die Erde in der Region St. Gallen gebebt. In der Zwischenzeit ist es zu keinen spürbaren Nachbeben gekommen. Ob das Geothermie-Projekt im Sittertobel weiterverfolgt wird, entscheidet der St. Galler Stadtrat am kommenden Dienstag.

«Es hat keine spürbaren Nachbeben gegeben», sagte Urs Weishaupt, Mediensprecher der Stadt St. Gallen, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.  Der Schweizerische Erdbebendienst überwacht die Region St. Gallen seit Januar 2011 mit einem temporären Netzwerk. In den vergangenen 30 Tagen gab es kleinere Erdstösse bis zu einer Stärke von 1,7 auf der Richterskala. 

Erdstoss der Stärke 3,5

Das Beben vom 20. Juli um 3.30 Uhr war vom Bodensee bis ins Appenzellerland deutlich zu spüren gewesen. Grund für den unerwartet starken Erdstoss waren die Arbeiten im Bohrloch in 4450 Metern Tiefe. Dort war es am Tag zuvor, während Vorarbeiten für Pumptests, zu einem gefährlichen Gaseinbruch gekommen. 

Um dem Druck zu begegnen und um eine Explosion der Bohranlage zu verhindern, wurden rund 650 Kubikmeter Wasser und schwere Bohrflüssigkeit ins Loch gepumpt. Danach kam es zu einer Reihe immer stärkerer Beben, bis zum Erdstoss der Stärke 3,5 auf der Richterskala. Die Bohrarbeiten wurden sofort gestoppt. 

25 Schadensfälle 

Bei den St. Galler Stadtwerken sind rund 250 Schadensmeldungen eingegangen, sagte Weishaupt. 25 davon sind noch in Bearbeitung. Der Bohrturm wurde von den Erdstössen nicht beschädigt. Es gab auch keine Verletzten. 

Das Geothermie-Projekt weiterführen, das Bohrloch konservieren oder das 160-Millionen-Projekt abbrechen: Der St. Galler Stadtrat hat nach dem Erdbeben drei Optionen. Nachdem die neue Risikosituation beurteilt wurde, gibt der Stadtrat am 27. August seinen Entscheid bekannt. 

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