6.05.2013 15:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Getreide
Futtergetreide verliert weiter an Terrain
Der Flächenrückgang setzt sich beim Futtergetreide unvermindert fort. Beim Brotgetreide hingegen bleiben die bestellten Ackerflächen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Ölsaatenflächen haben leicht zugenommen.

Ein Trend setzt sich leider fort. Die Futtergetreideflächen nehmen in der Alpenrepublik weiter ab. Wurden 2009 noch 68'720 Hektaren ausgesät, sank dieser Wert für die Ernte 2013 auf 64'000 Hektaren. Dies entspricht in fünf Jahren einem Rückgang von knapp sieben Prozent. Dies geht aus der ersten Schätzung der Branchenorganisation Swiss Granum hervor. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die ausgesäte Fläche um weitere 600 Hektaren ab.

Nur mit Einzelkulturbeitrag Trendumkehr möglich

Im Vergleich zur Ernte 2012 wurde für die diesjährige Ernte besonders bei der Gerste (-400 ha) und beim Futterweizen (-260 ha). Dies entspricht einem Rückgang von 1,3 respektive 3 Prozent. Die Aussaatflächen von Hafer, Triticale und Mais sind leicht angestiegen oder hielten sich stabil.

Damit wird auch der Ertrag beim Futtergetreide weiter zurückbilden. Dieser wird von Swiss Granum auf noch 441'000 Tonnen geschätzt. Der Rückgang dieser Flächen ist nicht weiter verwunderlich. Der Anbau von Futtergetreide ist defizitär. Deshalb nimmt die Fläche laufend ab, die Importe aber zu. Die Abhängigkeit vom Ausland könnte auch zur Hypothek werden. Und die Getreideproduzenten kritisieren das Bundesamt für Landwirtschaft, dass dieses die Getreideproduzenten ignoriere. Deshalb schreibt Swiss Granum auch, dass nur mit einem Einzelkulturbeitrag die Attraktivität gesteigert werden könne und somit eine Trendumkehr erreicht werde. Doch das Parlament liess nur eine Kann-Formulierung für einen entsprechenden Beitrag ins Gesetz einfliessen, das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sieht keine Veranlassung, das Futtergetreide zu stützen. Das BLW dürfte aber somit seinen Teil zum Niedergang dieser Kulturen beitragen.

Brotgetreide: Mehr Roggen, weniger Dinkel

Beim Brotgetreide nahm die gesamte Fläche um rund 200 Hektaren ab. Dieser ist aber auf die geringeren Anbauflächen (-10,3%) beim Dinkel zurückzuführen (-380 ha), da hier eine Überversorgung beobachtet wurde. Roggen wird hingegen mehr kultiviert. Die Fläche stieg um 4,7 Prozent (+83 ha) auf 1850 ha.

Beim Brotgetreide bleibt die Fläche stabil. Den grössten Anteil weist die Klasse Top mit 51.0% (2011: 51.2%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 37.4% (2011: 36.2%) sowie der Klasse II mit 10.1% (2011: 10.6%). Somit kommt es zu keinen grossen Veränderungen innerhalb der Klassen. Die meist ausgesäte Sorte bleibt Claro (24% am gesamten verkauften Weizensaatgut). Es folgen Forel (14,7%) und Siala (8,9%).

Die Erntemenge dürfte gemäss der Schätzung deutlich steigen. Diese soll bei 460'000 Tonnen zu liegen kommen, und liegt damit deutlich über dem Wert von 2012 (414'000 t).

Leichte Zunahme bei den Ölsaaten

Die Anbauflächen bei den Ölsaaten steigen ganz leicht an. Die Flächen beim Raps, Sonnenblumen und Soja wurden je um rund 50 ha ausgedehnt. Beim Raps liegt diese bei 22'200 ha, bei den Sonnenblumen 3600 ha und beim Soja bei 1‘130 ha. Dadurch ist auch die geschätzte Erntemenge der Ölsaaten mit 82‘600 t leicht höher als im Vorjahr.

Provisorische Schätzungen

Bei der Interpretation der Resultate gelte  es zu beachten, dass die Schätzungen provisorisch seien, schreibt Swiss Granum. Genaue Angaben zu den Saatgutverkäufen von Sommergetreide sind noch nicht enthalten. Auch die Auswirkungen der schlechten meteorologischen Bedingungen im Herbst und im Frühling konnten noch nicht genau abgeschätzt werden.

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