23.06.2016 10:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Flüchtlinge
Flüchtling wird Agrarpraktiker
An der Medienkonferenz des Bauernverbandes und des Staatssekretariats für Migration (SEM) hat Biobauer Markus Ramser von den Erfahrungen im Pilotprojekt erzählt. Auf seinem Hof im thurgauischen Illhart beginnt ein eritreischer Flüchtling nun gar eine Ausbildung als Agrarpraktiker:

«Als ich von dem Projekt gehört habe, hat mich die Idee nicht mehr losgelassen. Ich habe jahrzehntelang Lehrlinge ausgebildet. Für mich war klar: Die Flüchtlinge müssen einen Platz haben. Es braucht viel Erfahrung, sie auszubilden. Praktisch ist, dass es auf dem Hof immer Arbeit gibt. Das musste er auch erleben.

Er ist 28 Jahre alt und kommt aus Eritrea. Unterdessen habe ich in ihm einen guten und treuen Mitarbeiter gefunden. Begonnen hat er am 1. Mai 2015 und das gleich von Null auf 100: Heuen, die Felder pflegen, den Stall misten. Die harte Arbeit macht den meisten Flüchtlingen schon Mühe.

Weil er so gut gearbeitet hat, macht er bei mir nun eine Ausbildung als Agrarpraktiker. Er lebt auch auf unserem Betrieb. Das ist eine schöne Sache, man bekommt alles mit. Klar, auch die trüben Tage, aber auch die schönen Tage. Es ist wunderbar, mit Flüchtlingen zu leben. Sie geben einem etwas zurück.

Am Montagmorgen geht er jeweils zu einer pensionierten Lehrerin in den Sprachunterricht, dort lernt er auch die Namen der Pflanzen und die landwirtschaftlichen Begriffe. Ein Kurs an der Migrosklubschule würde da wenig weiterhelfen. Ich habe ihm ein Beet zur Verfügung gestellt, um das er sich kümmert. Er geht ganz anders vor als wir, aber das Resultat ist eindrücklich. Seine Pflanzen sind sogar grösser als die meiner Mutter. Jeden morgen lockert er die Erde und auch mit Giessen ist er ganz behutsam. Er macht das fantastisch.»

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