7.04.2015 16:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Fenaco
Fenaco-Chef verdient 648‘000 Franken
Erstmals publiziert der Agrarkonzern Fenaco die Gehälter der Chefetage. CEO Martin Keller verdiente 2014 brutto 648‘000 Franken. Und auch Präsident Lienhard Marschall muss nicht darben. Ihm überwies die Fenaco eine Entschädigung von 178‘000 Franken. Was denken Sie, liebe Leserinnen und Leser? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Die „Schweiz am Sonntag“ macht die Zahlen der Fenaco-Chefetage in ihrer jüngsten Ausgabe publik. Die Zeitung erhielt bereits Einblick in den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres. Die Zahlen dürften auch die Bauern sehr interessieren. Schliesslich legt die Fenaco Wert darauf, als ein „Unternehmen der Schweizer Bauern“ bezeichnet zu werden.

590‘000 für ein Geschäftsleitungsmitglied

Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen, das über 80 Firmen unter seinem Dach vereint, ging 1993 aus dem Zusammenschluss von sechs landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbänden hervor. Die Fenaco verfolgt gemäss eigenen Angaben das übergeordnete Ziel, die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen zu unterstützen.

Dem Unternehmen mit über 9‘000 Mitarbeiter gelang es 2013 erstmals, mehr als 6 Milliarden Umsatz zu generieren. Gemäss dem Artikel der „Schweiz am Sonntag“ verdienten die sechs Mitglieder der Fenaco-Geschäftsleitung im Jahr 2014 im Durchschnitt 590‘000 Franken. 2013 lag das Einkommen bei 570‘000 Franken. Inkludiert ist eine Leistungslohn-Komponente von bis zu 20 Prozent. Die Geschäftsleitungsmitglieder verdienen damit deutlich mehr als ein Bundesrat (445‘000 Franken).

Fenaco: "Löhne im Vergleich tief"

Fenaco-Chef Martin Keller, der die Geschicke des Unternehmen seit Juli 2012 führt, hatte im vergangenen Jahr ein Grundgehalt und Erfolgsbeteiligung von 648‘000 Franken brutto (2013: 636'000 Franken). Auch hier beträgt die Leistungskomponente bis zu 20 Prozent, der Bonus wurde aber im Geschäftsbericht nicht ausgewiesen. Betrüge dieser 20 Prozent des Lohns, so läge das Grundgehalt Kellers bei 520‘000 Franken.

Die Fenaco erinnert daran, dass die Fenaco ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist. Sprecherin Alice Chalupny hält fest: „ Die Vergütungen der Geschäftsleitung orientiert sich an vergleichbaren Unternehmen aus ähnlichen Branchen sowie an Bundesbetrieben. Die Geschäftsleitung der Fenaco liegt im Vergleich im unteren Bereich.“

Die Fenaco nennt hierbei die Löhne von Emmi-Chef Urs Riedener (1,44 Mio. Fr.), von Swisscom-Chef Urs Schäppi (1,7 Mio.Fr.), Post-Chefin Susanne Ruoff (852‘000 Franken) oder die Vergütung von Migros-Boss Herbert Bolliger (904‘000 Franken).

Auch Präsident verdient gut

Nebst der Geschäftsleitung wurde auch der Fenaco-Präsident Lienhard Marschall gut entlohnt. Der Landwirt aus dem bernischen Neuenegg erhielt 2014 eine Gesamtentschädigung von 174‘000 Franken. Die Fenaco-Sprecherin betont aber, dass das Pensum von Marschall mindestens 50 Prozent  entspreche.

„Alle zwei Wochen gibt es eine ganztägige Geschäftsleitungssitzung, an der der Präsident anwesend ist. Dazu kommen die monatlichen VR-Sitzungen, Einsätze an zahlreichen regionalen Anlässen und repräsentative Pflichten“, sagt Chalupny der „Schweiz am Sonntag“. Die übrigen 17 Mitglieder des Verwaltungsrates wurden 2014 mit durchschnittlich 36‘000 Franken entschädigt.

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