28.10.2019 14:59
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Fair Trade für Bauern
„Fair Trade“ für die heimischen Bauern haben sich die Agrarlandesräte Österreichs auf die Fahnen geschrieben. Gebraucht werde ein ausgewogenes europäisches Agrarprogramm, das die Umweltleistungen der heimischen Betriebe wertschätze und finanziell ausgleiche, erklärte der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Stephan Pernkopf.

Notwendig sei mehr Fairness im Rahmen des nächsten EU-Budgets und der gemeinsamen Agrarpolitik, also keine Einsparungen auf dem Rücken der bäuerlichen Familienbetriebe. Pernkopf sprach sich ausserdem für mehr Fairness beim Klimaschutz und Freihandel aus; er verlangte Klimazölle sowie scharfe Vor-Ort-Kontrollen.

Eine klare Absage erteilte er dem Mercosur-Abkommen. Als dritten Punkt forderte der Agrarlandesrat Fairness zwischen Produzenten, Verbrauchern und dem Handel. „Durch Lebensmittel-Checks in Supermärkten soll in Zukunft verstärkt darauf geachtet werden, dass keine falschen Ausschilderungen und Bewerbungen von vermeintlich heimischen Lebensmitteln vorkommen, die aber eigentlich aus fernen Ländern importiert wurden“, so Pernkopf.

Landwirtschaftsministerin Maria Patek verwies auf die Anstrengungen zur Weiterentwicklung der Digitalisierung, um den Bauern das Leben zu erleichtern. Ihr Haus habe in die gesamte Digitalisierung an den Schulen investiert und dafür im vergangenen Jahr 1,44 Mio Franken (1,3 Mio Euro) zur Verfügung gestellt. Zudem solle künftig der Kontrollaufwand auf den Betrieben reduziert werden, kündigte Patek an.

Bereits 2017 hätten Bund und Länder die Agrarmarkt Austria (AMA) mit einem Pilotprojekt beauftragt, das in den nächsten Monaten auf die Betriebe kommen und den Kontrollaufwand reduzieren werde. Mit dem Ansatz „Alles aus einer Hand“ solle eine zentrale Anlaufstelle für kontrollrelevante Daten geschaffen werden. Das spare Zeit und Geld, hebe Synergien und gewährleiste eine sichere Verwaltung der Daten. Bauernbund-Präsident Georg Strasser bekräftigte erneut seine Ablehnung des Mercosur-Abkommens: „Wir wollen keine Handelsabkommen, die auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern abgeschlossen werden.“

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE