13.04.2013 07:39
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Mäuse
Die Mäuseplage hält an
Das Mausen ist eine zeitaufwendige Arbeit, die nur eingeschränkt Erfolg verspricht. Auch mit Fallen oder dem Vergaser kann man die Mäuse nicht ausrotten. Nun wird eine Versicherung gefordert.

Wiesen, die aufgrund der unzähligen Mäusehaufen mehr braun als grün sind. Ackerkulturen, die von unten sabotiert werden. Obstbäume, deren Wurzeln weggefressen wurden: 2013 werden aus verschiedenen Regionen schlimme Mäuseschäden gemeldet. Etwa aus der Zentral- und Nordwestschweiz. Dort waren sich die Bauern kürzlich an einer Tagung der Hochstamm Seetal AG einig: «Die Mäuse sind zur grösseren Bedrohung für die Hochstammbäume geworden als der Feuerbrand.»

Bäume, Wiesen und Raps

Hermann Brenner von der Fachstelle für Pflanzenschutz des Kantons Thurgau kennt das Problem. Er weiss von grossen Schäden in Wiesen und Hochstammobstgärten: «Nicht nur frisch gepflanzte Hochstämmer leiden bis zum Absterben unter dem Mäusefrass. Auch alte Bäume zeigen keinen Wuchs mehr, wenn ihre Wurzeln zu stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.» Das Mäuseproblem habe sich schon letzten Sommer und Herbst abgezeichnet, so Brenner.

Im Kanton Luzern ist laut Heinrich Hebeisen vom Amt für Landwirtschaft und Wald nebst den Bäumen und den Wiesen vor allem der Raps von Mäuseschäden betroffen. Ähnlich tönt es aus dem Kanton Zürich. Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz: «Bei uns wüten die Mäuse insbesondere in den Naturwiesen, im Raps gibts bislang weniger Probleme.» Im Aargau sind die Mäusepopulationen gemäss Geri Busslinger vom kantonalen Pflanzenschutzdienst dieses Jahr ähnlich gross wie 2012, «und damals hatten wir bereits starken Befall.»

Versicherung für Wühlmausschäden?

Muss eine Wiese wegen Totalschaden gepflügt und neu angesät werden, gehen die Kosten gegen 2000 Franken pro Hektare. Wer nichts macht, bezahlt dafür mit Ertragsverlusten, minderer Futterqualität und höheren Erntekosten. Bleibt das Mausen. Viele hätten in den letzten Wochen Fallen gestellt, bestätigt Brenner. Busslinger ist skeptischer: «Mausen ist nur beschränkt praxistauglich, da vielen Bauern schlicht die Zeit fehlt.»

An der Delegiertenversammlung der Schweizer Hagelversicherung wurde letzten Samstag der Antrag gestellt, auch Wühlmausschäden zu versichern. Mit diesem Wunsch  sei man nicht zum ersten Mal konfrontiert worden, bestätigt Emilia Baldi, Mediensprecherin der Schweizer Hagel. «Wir haben den Antrag entgegengenommen und werden ihn prüfen.» 

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