9.07.2019 09:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Betriebsführung
«Das Teuerste bin ich»
Jürg Hänni aus Grossaffoltern BE versucht seinen Betrieb so zu organisieren, dass er die Arbeit effizient erledigen kann.

«Das Teuerste auf dem Betrieb bin ich», sagt Jürg Hänni augenzwinkernd. «Also muss ich schauen, dass ich meine Arbeitszeit möglichst effizient einsetze.» Hänni führt in Grossaffoltern BE einen Betrieb mit Mutterkuhhaltung, Ackerbau und Lohnarbeiten (siehe Kasten). Zudem ist er Ackerbaustellenleiter und Berater.

35 Minuten im Stall

Jürg Hänni hat vieles auf seinem Betrieb auf das Ziel der Arbeitseffizienz ausgerichtet: Der Stall für die 15 Mutterkühe mit Kälbern ist so eingerichtet, dass der Lehrling die tägliche Stallarbeit am Morgen in etwa 30 Minuten und am Abend in 5 Minuten erledigen kann. Dazu kommt das Nachstreuen der Boxen alle paar Wochen und Ausserplanmässiges. Die Handarbeit soll minimiert werden. «Eine Schubkarre kommt bei mir möglichst nicht zum Einsatz», lacht Hänni. «Wir füttern fast nur Heu, da es leichter ist als Silage. Grassilage fressen die Kühe direkt von der Balle beim Fressgitter.» 

Nur so ist es dem Lohnunternehmer möglich, um 7 Uhr morgens auf Platz zu sein, um Drainage-Leitungen zu spülen. Arbeitseffizienz ist nicht nur die Devise bei den Stallarbeiten, sondern auch im Ackerbau. «Wenn ich die Feldspritze am Traktor habe, will ich damit möglichst viel Fläche spritzen.» Das Gleiche gilt für den Düngerstreuer oder das Mähwerk. Denn an- und abhängen von Maschinen kostet Zeit. 

Zeit für Optimierung

Apropos Maschinen: «Ich will möglichst wenig Maschinen selber besitzen», sagt der 54-Jährige. «Das spart nicht nur Fixkosten sondern entlastet mich auch bezüglich Reparatur- und Servicearbeiten.»  Denn Hänni will Zeit haben, um sich über seine Arbeitsweise und seine Betriebsstrategie Gedanken machen zu können. «Wer ständig voll ausgelastet ist, kann seinen Betrieb kaum optimieren.»

Bei anderen kopieren

Hänni ist sich bewusst, dass er durch seine Arbeitsweise vielleicht die eine oder andere Arbeit nicht penibel perfekt ausführt, doch die eingesparten Kosten würden den möglichen zusätzlichen Erlös  übersteigen, ist er überzeugt.  Auch gebe es sicher auch auf seinem Betrieb noch Verbesserungspotenzial. 

Einen Tipp hat er noch zum Schluss: «Bei Berufskollegen kopieren und es dann noch etwas besser machen.»

Betriebsspiegel

ÖLN-Betrieb von Jürg Hänni in Grossaffoltern BE
Mitarbeiter: Betriebsleiter, Lehrling
Fläche: 40 ha
Kulturen: Getreide, Sonnenblumen, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Grünland
Tierhaltung: 15 Mutterkühe mit ihren Kälbern
Zusätzliche Arbeiten: Drainagen spülen und Rundballen pressen im Lohn, Baggerarbeiten. 

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