26.05.2019 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Medien
«Das ist unterste Schublade»
Ein Inserat für die «Sonntagszeitung» aus dem Hause Tamedia lässt an der Schweizer Landwirtschaft kein gutes Haar.

«Tamedia wirbt auf Kosten der Bauern.» So überschrieb der «Schweizer Bauer»  am Mittwoch eine Meldung zu einem Inserat, das am Dienstag in der Gratiszeitung «20Minuten» abgebildet war. Über einer toten Biene steht dort: «Ums Verrecken die Landwirtschaft schützen?» Darunter: «Subventionieren wir das Überleben der Bauern oder den Untergang des Landschaftsschutzes?»

Am Mittwoch reagierte als einzige Standesorganisation der Berner Bauernverband (BEBV) mit einer Mitteilung. Er wies darauf hin, dass das Inserat am 17. Mai auch in der «Berner Zeitung» erschienen war, einer Zeitung, die auf dem Land zahlreiche Bauernfamilien abonniert haben. 20Minuten, Sonntagszeitung, Berner Zeitung, Tages-Anzeiger: Alle gehören sie zum gleichen Grossverlag, der Tamedia.

Bei den Berner Bauernfamilien sei man «konsterniert, enttäuscht, betroffen und wütend» über das Inserat, schreiben BEBV-Präsident Hans Jörg Rüegsegger und sein Geschäftsführer Andreas Wyss in einem Brief an die Sonntagszeitung und an den Ombudsmann der Tamedia. Die Schweizer Landwirtschaft produziere Nahrung. «Ohne diese würden die Menschen relativ zügig verrecken – um die Sprache des Inserates zu verwenden», heisst es.

Daneben erbringe die Landwirtschaft viele ökologische Leistungen wie zum Beispiel den Erhalt der offenen Landschaft, was durch Direktzahlungen zu Recht auch finanziert werde. «Wir erachten diese Werbung als Beleidigung für einen ganzen Berufsstand und als eine generelle Verunglimpfung. Sie suggeriert, man könne den Bauernstand auch verrecken lassen, weil die Landwirtschaft sowieso keinen Nutzen hat. Das ist respektlos, erniedrigend und definitiv unterste Schublade», so der BEBV. Er hofft auf ein Gespräch mit den Verantwortlichen für das Inserat, in dem man aufzeigen könne, was die Bauernfamilien alles leisteten. 

 

 

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