21.10.2013 06:47
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Wachstumsschwelle bei 100 Hektar
Der anhaltende Strukturwandel in der Landwirtschaft hat dazu geführt, dass nur noch die Zahl immer flächenstärkerer Betriebe zunimmt. Die sogenannte Wachstumsschwelle ist in Deutschland mittlerweile auf 100 Hektaren landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) gestiegen.

Unterhalb dieser Grösse verringert sich die Zahl der landwirtschaftlichen Höfe, darüber nimmt sie zu, wie der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) am vergangenen Mittwoch mitteilte, Nach Angaben des RLV erhöhte sich die Zahl der Agrarbetriebe mit mehr als 100 ha im Zeitraum von 2007 bis 2011 um 2'400 auf 34'100 Unternehmen, die zusammen 56% der LF in Deutschland bewirtschafteten.

Aktuellen Erhebungen zufolge gab es 2012 in Deutschland insgesamt nur noch 287'500 Höfe, nachdem innerhalb von fünf Jahren mehr als 34'000 Unternehmen oder 10,6% ihre landwirtschaftliche Tätigkeit aufgegeben hatten. Der jährliche Verlust an Agrarbetrieben habe sich damit auf 2,2% belaufen, das sei weniger als die Abnahmerate von durchschnittlich 3% in den Jahrzehnten zuvor, erläuterte der RLV. Ihm zufolge ist der Strukturwandel im Agrarbereich damit noch voll im Gang, hat sich in den vergangenen Jahren aber verlangsamt.

Im Schnitt verfügten die Landwirte 2012 über eine Fläche von 58 ha je Hof. Das waren 6 ha mehr als 2007. Bei regionaler Betrachtung war sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei den Betriebsgrössen sichtbar. Die Flächenausstattung allein lasse jedoch noch keine Aussage über die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu, betonte der RLV, denn die könne auch bei kleinem Areal etwa durch den Anbau von Sonderkulturen, besondere Vermarktungsformen oder durch eine intensive Tierproduktion gegeben sein.

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