17.02.2016 15:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Deutschland
D: Bauern für Milchmengenbremse
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat ihre Forderung nach einer Mengenbremse am Milchmarkt bekräftigt. Die Molkereien sollen finanzielle Anreize schaffen wie das Emmi in der Schweiz im März und April angekündigt hat.

Der AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann wandte sich am vergangene Woche gezielt an heimische Molkereiunternehmen und explizit an das Deutsche Milchkontor (DMK) mit dem Appell, dem Beispiel von FrieslandCampina zu folgen und einen Bonus an die Milcherzeuger zu zahlen, die ihre Mengen konstant halten oder reduzieren. In der Schweiz hat Emmi angekündigt, Mindereinlieferungen mit einem Bonus von 10 Rp./kg Milch zu belohnen.

„Das soll keine dauerhafte Massnahme einer Mengensteuerung sein; das ist auch keine Molkereiquote. Es geht vielmehr darum, jetzt wirksame Massnahmen zu ergreifen, um von den preisdrückenden Übermengen runterzukommen“, erklärte der AbL-Vorsitzende. FrieslandCampina hatte seinen angeschlossenen Milchbauern zwischen dem 1. Januar und dem 11. Februar 2016 als Anreiz für stabile oder rückläufige Anlieferungsmengen eine Bonuszahlung von 2 ct/l (2,2 Rp.) Milch gezahlt.

Um weitere Betriebe zur Einführung entsprechender Massnahmen zu bewegen, warb Ilchmann auch erneut um politische Unterstützung. Bund und Länder sollten „Massnahmen ergreifen, um ihrerseits die Molkereien zur kurzfristigen und befristeten Einführung eines mengenreduzierten Bonus zu bewegen“. Dieser solle gestaffelt werden und höher ausfallen für solche Betriebe, die ihre Milchmenge vor allem durch einen verringerten Kraftfuttereinsatz um bis zu 5 % reduzierten.

„Nur mit weniger Menge kommen wir aus dem Preistief heraus“, so der AbL-Vorsitzende. Die Molkereien müssten jetzt kostendeckende Produzentenpreise „über ihr Interesse an steigenden Billigexporten stellen“.

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