18.03.2020 12:10
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/blu
Betriebsführung
Corona und Landwirtschaft: Weitere Antworten
Wegen dem grassierenden Coronavirus ist das Leben massiv eingeschränkt. Welche Auswirkungen das Virus auf Ihren Betrieb und die Produktion von Lebensmitteln haben könnte, finden Sie in diesem Artikel. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat für weitere dringendste Fragen Antworten verfasst.

Der Bundesrat hat am Montag den Notstand erklärt. Das hat einschneidende Massnahmen auf das Alltagsleben, aber auch auf die Wirtschaft. Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete sind ab sofort geschlossen.

Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons oder Kosmetikstudios. Nur Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen bleiben offen. Die Massnahmen gelten vorerst bis am 19. April 2020.

Auch für die Landwirtschaft gibt mehrere Punkte zu beachten. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat für dringende Fragen Antworten verfasst. Bei diesem Artikel geht es um eine Erweiterung. 

Teil 1 der wichtigsten Antworten gibt es hier

Diese Fragen wurden vom Bund neu beantwortet:

Gibt es Einschränkungen in der Feldarbeit (pflügen, säen, etc.)?
Grundsätzlich sind Feldarbeiten weiterhin möglich. Beim Zusammenarbeiten von mehreren Personen sollten die empfohlenen gegenseitigen Sicherheitsabstände eingehalten werden und persönliche Hygienemassnahmen, wie regelmässiges Händewaschen, möglich sein.

Ist die Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe mit Produktionsmitteln sichergestellt?
Die Versorgung der Betriebe mit landwirtschaftlichen Produktionsmitteln ist generell gewährleistet. Dies gilt auch für Futtermittel. Zudem bestehen sowohl für Energie- als auch für Proteinfuttermittel Pflichtlager für eine Bedarfsdeckung von zwei Monaten. Ganz generell ist es für Landwirte nach wie vor möglich, landwirtschaftliche Produktionsmittel in entsprechenden Läden zu beziehen.

Gelten spezielle Bestimmungen für Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben?
Für öffentlich-rechtliche Kontrollen des Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN), der Direktzahlungsprogramme, der Bio-Verordnung, der Primärproduktion sowie für veterinärrechtliche Kontrollen muss ab sofort folgendes berücksichtigt werden:

 

  • Angemeldete Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben können nur mit Einverständnis des Bewirtschafters bis Ende April durchgeführt werden. Abgelehnte Kontrollen gelten nicht als Kontrollverweigerung. Die BAG-Empfehlungen zu Hygienemassnahmen bei einer Kontrolle sind einzuhalten. Sie können einfach umgesetzt werden. Falls beteiligte Personen krank sind (Kontrolleur/Bewirtschafter) darf eine Kontrolle nicht durchgeführt werden.
  • Unangemeldete Tierwohlkontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben werden bis Ende April keine durchgeführt.
  • Unangemeldete veterinärrechtliche Kontrollen, wie z.B. Tierschutzkontrollen, sind auf dringliche Kontrollen zu reduzieren. Welche unangemeldeten amtlichen Kontrollen im Einzelfall als dringlich eingestuft werden, müssen die Kontrollpersonen mit dem Vorgesetzten resp. Kontrollorganisationen mit dem Auftraggeber absprechen. Im Zweifelsfall kann vor Ort immer noch entschieden werden, ob die Kontrolle durchgeführt werden kann.
  • Die Kantone können die Kontrolltätigkeit oder ein Teil der Kontrolltätigkeit auch für eine bestimmte Zeit sistieren.
  • Aufgeschobene Kontrollen müssen sobald als möglich nachgeholt werden.

 

Gibt es Einschränkungen für Hofläden?
Der Verkauf von Lebensmitteln ab Hof kann nach wie vor weitergeführt werden. Allfällige integrierte Bewirtung der Kundschaft (z.B. Besenbeizen etc.) ist jedoch untersagt. In jedem Fall sind die allgemeinen Hygieneregeln im Umgang mit Lebensmitteln und die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und das social distancing einzuhalten.

Dürfen Selbstpflück-Blumenfelder geöffnet werden?
Selbstpflück-Blumenfelder entsprechen einer öffentlich zugänglichen Einrichtung, die nicht der Deckung des alltäglichen Lebensbedarfs dienen und werden nicht zwingend benötigt. Entsprechend sind solche Felder zu schliessen.

Dürfen Weingüter weiterhin geöffnet bleiben?
Der Verkauf von Wein und Spirituosen über den Laden eines Weingutes kann nach wie vor weitergeführt werden. Allfällige integrierte Bewirtung der Kundschaft ist jedoch untersagt. In jedem Fall sind die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und das «Social Distancing» einzuhalten.

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