4.09.2016 14:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wasser
CH: Trotz Erwärmung genug Wasser
Die Durchschnittstemperatur des Sommers 2016 hat 0,7 Grad über dem Mittel der Jahre 1981 bis 2010 gelegen. Darunter hat das Wasser noch nicht gelitten. Die unterirdischen Quellen und das Grundwasser dürften gemäss Experten noch bis 2100 zuverlässig funktionieren.

Im Gegensatz zur Vorjahressaison seien keine Quellen versiegt, sagt Marc Schürch, der beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Quellen und Grundwasser zuständige Mitarbeiter der Nachrichtenagentur sda. 2016 seien alle unterirdischen Wasserbestände in der Norm, also überall auf einem hohen Niveau.

Im Westen im August zu trocken

Laut den Meteorologen lagen die Augusttemperaturen in diesem Jahr ein Grad über dem Mittel von 1981 bis 2010. Damit ist der August unter den heissesten zehn seit Beginn der Messungen 1864 gewesen.

Niederschläge gingen lokal sehr unterschiedlich nieder. Das Wallis erhielt im ganzen Sommer nur die Hälfte des Regens, der als Norm gilt. Dort und auch in der Waadt herrscht aktuell grosse Waldbrandgefahr. Im August mussten das Wallis, die Westschweiz und das Tessin mit einem Drittel der üblichen Niederschläge auskommen.

Quellen versiegen nach langer Dürre

Die Dürre müsse mindestens zwei Monate anhalten, bis sie einen Einfluss auf die Karstquellen habe, erklärt Schürch vom BAFU. 2015 etwa versiegten einige kleinere Quellen. Das schlimmste Dürrejahr bleibt aber 2003 mit seinem Hitzesommer. Die Bassins, welche die Quellen speisen, können sehr gross sein, so dass es einige Zeit braucht, bis nichts mehr sprudelt, erläutert der Fachmann weiter. Solche Bassins können sich über 10 bis 100 Quadratkilometer erstrecken.

Die schweizerisch hydrologische Kommission erklärt ihrerseits, dass das Wasser unterschiedlich lange in einem Grundwasserspeicher ist. Im Rhonetal etwa sind es einige Monate, in den Alpen und im Jura mit Kalkgestein mehr als zehn Jahre.

Genug Wasser bis 2100

Es ist nicht möglich, eine Langzeitbilanz über die Quellen und das Grundwasser in der Schweiz zu erstellen. Gemäss dem BAFU bleiben die Abflüsse der Quellen über mehrere Jahre tief und steigen dann wieder auf normales oder erhöhtes Niveau an.

Die hydrologische Kommission rechnet bis 2100 mit stabilen Wassermengen in den Schweiz. Das ist eine gute Aussicht, da 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers Grund- oder Quellwasser ist. Auch Schürch ist abgesehen von möglichen lokalen oder regionalen Engpässen zuversichtlich. Die Schweiz sei schliesslich das Wasserschloss Europas.

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