29.01.2018 14:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freihandel
CH: EU-Exporteure nutzen Abkommen nicht aus
Exportfirmen im EU-Raum nutzen die Vorteile des Freihandelsabkommens mit der Schweiz viel weniger aus als Schweizer Unternehmen. Auch EU-Importeure von Schweizer Produkten profitieren nicht voll von den Vorteilen, wie eine Unctad-Studie zeigt.

Das seit 1973 existierende Freihandelsabkommen Schweiz-EU gehört bei den EU-Exporteuren nicht zu den am meisten genutzten Vereinbarungen. Es findet sich an achter Stelle, hinter Island, Serbien, der Türkei, Chile, Albanien, Algerien und Mazedonien, wie die Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Uno (Unctad) in einer am Montag veröffentlichten Studie festhält.

Entgangene Zollvergünstigungen

Weniger als drei Viertel der EU-Exporte ziehen einen Vorteil aus dem Abkommen mit der Schweiz. Im Exporthandel mit Island profitieren dagegen 88 Prozent der Exportfirmen im EU-Raum vom Freihandelsabkommen. Zwischen 2009 und 2013 entgingen den EU-Firmen laut Unctad im Durchschnitt jährlich 25,3 Milliarden Franken an Zoll-Vergünstigungen. Dies gilt für alle Abkommen, die bis 2013 in Kraft waren.

Auf Seiten der Schweizer Exportunternehmen sieht es anders aus. Sie nutzten die Freihandelsabmachung zu 90 Prozent, also rund 20 Prozent mehr als ihr EU-Gegenpart. Die in der Schweiz entgangenen Vorteile beliefen sich auf 4,05 Milliarden Franken.

Importeure profitieren mehr

Von den Importeuren wurde das Abkommen mehr genutzt. Schweizer Produkte, auf Rang elf der EU-Einfuhren, wurden zu 89 Prozent gemäss dem Freihandelsabkommen importiert. Die Schweizer Importeure nutzten die Vorteile zu 80 Prozent. Dadurch entstanden auf Schweizer Seite zusätzliche Kosten von mehr als 650 Millionen und auf EU-Seite von fast 180 Millionen Franken.

Der Zusammenhang zwischen den Auflagen von Freihandelsabkommen und der Unternutzung der möglichen Vorteile soll separat untersucht werden, wie die Unctad in Aussicht stellte.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE