1.05.2017 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Bürokratie bedroht Milchtankstellen
Milchtankstellen, an denen die Konsumenten die Milch am Automaten direkt beim Bauern zapfen können, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Doch nun droht Ärger, denn auch diese unterliegen dem Mess- und Eichgesetz und müssten nach dem Kauf eigentlich einen Kassenbeleg ausdrucken.

Da die meisten Apparate dazu aber nicht in der Lage sind, müssten sie teuer umgerüstet oder sogar neu angeschafft werden. Die bayerische Landtagsfraktion der Freien Wähler fordert deshalb vom Gesetzgeber im Bund eine Ausnahmeregelung für die Milchtankstellen vom Mess- und Eichgesetz und hat sich mit einer entsprechenden Anfrage am vergangenen Mittwoch auch an die Staatsregierung im Freistaat gewandt.

„Es muss Ziel der Politik sein, dass auch künftig möglichst viel Milch direkt vom Konsumenten beim Bauernhof gekauft werden kann“, betonte der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Eine strikte Umsetzung der jetzigen Rechtslage würde hohe Kosten für die Umrüstung oder die Neuanschaffung der Automaten bedeuten, was auch zum Schaden der Konsumenten wäre, da die höheren Kosten entweder weitergereicht oder Milchtankstellen geschlossen würden.

Der Agrarsprecher der Freien Wähler, Leopold Herz, berichtete, dass aktuell die Mitarbeiter der Eichämter bei den Landwirten im Einsatz seien, um sie über die geplante Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften zu informieren. „Das löst vor Ort viel Ärger aus“, betonte Herz, und die Landwirte würden sich hilfesuchend an die Politik wenden. Aiwanger zufolge braucht es „dringend einen Umsetzungsstopp durch eine Übergangsregelung“. In der Zwischenzeit müsse auf Bundesebene die Gesetzesanpassung erfolgen.

Begrüsst wurde vom Vorsitzenden der Freien Wähler, dass die bayerische Staatsregierung auf seine Anfrage hin zugesichert habe, sich im Bund für eine Ausnahmegenehmigung einzusetzen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE