15.04.2015 06:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Brücke zwischen Landwirtschaft und Kultur
Mit dem Projekt «Fruchtland - Natur Kultur Agrikultur» rückt das Zentrum Paul Klee (ZPK) in Bern ab Mai das umliegende Ackerland in den Fokus. Paul Klee erachtete die Momente des Wachstums und der Entwicklung in der Natur als beispielhaft für die Kunst.

Rund 2,5 Hektaren des zum Museum gehörenden Umlandes werden durch Ackerbau genutzt, so wie dies der Architekt Renzo Piano in seinem Konzept des umliegenden Landes als Landschaftsskulptur vorsah. «Als Eigentümer von fruchtbarem Boden wollen wir uns der Verantwortung stellen, diesen Boden in einer Art zu bewirtschaften, die als vorbildlich gelten kann», schreibt das ZPK in einer Mitteilung vom Dienstag.

"Clevere" Biodiversität

In diesem Jahr werden im Feldinnern Mais, aussen Sonnenblumen und im Umfeld Ökoflächen angesät. Sonnenblumen und Mais sind von den Bienen geschätzte Pollenlieferanten. Die neuartige Kombination beider Pflanzen gilt aber auch als einfache und gleichzeitig raffinierte Methode zur Nützlingsförderung beziehungsweise Schädlingsbekämpfung.

Mit der gezielten Biodiversität werden Nützlinge in grosser Zahl angelockt. Sobald sie auf den Sonnenblumen landen, zwingt sie der Nahrungsmangel zur Abwanderung auf den nahen Mais, wo sie ein gedeckter Tisch erwartet, nämlich die am Mais saugenden Blattläuse. Denn den Mais allein mit seiner beige-brauen Farbe finden die Nützlinge gar nicht attraktiv und überfliegen ihn einfach. Neben des in der Schweiz üblichen Futtermais baut das ZPK auf einer kleinen Modellparzelle zudem verschiedene Sorten von Speisemais an - darunter Varianten des alten, mehrfarbigen indianisches Maises.

Unkonventionelle Sichtweisen

Für das Projekt holte das Zentrum Partner an Bord, die ihrerseits an unkonventionellen Sichtweisen interessiert sind. Zum einen ist dies die Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften. Deren ehemalige Dozenten Fritz Häni und Harald Menzi waren bereits als Berater von ZPK-Architekt Renzo Piano involviert.

Die zweite Partnerin ist die Stiftung Biovision für ökologische Entwicklung des preisgekrönten Agrarforschers Hans Herren. Biovision gastiert mit der interaktiven Ausstellung CLEVER vom 29. Mai bis 4. Juli im Kindermuseum Creaviva. Dort können Kinder wie auch Erwachsene ihr Einkaufsverhalten auf spielerische Art testen.

Demonstrationsparzelle

Auch zeigt Biovision auf einer Demonstrationsparzelle, wie man mit effizienten Methoden einer Mischkultur die Erträge von Kleinbauern in Afrika enorm steigern kann - dies ganz ohne Einsatz von Chemie.

Im Rahmen des Projektes «Natur Kultur Agrikultur» bietet das ZPK Sonderführungen zur Verbindung von Kunst und Landbewirtschaftung, dies jeweils ausgehend von den aktuellen Ausstellungen. Einmal im Monat findet zudem eine Veranstaltung mit Gästen aus Kunst, praktischer Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik statt.

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