4.07.2013 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Getreide
Brotweizenerträge massiv nach unten korrigiert
Die letzte Ernteschätzung 2013 der Branchenorganisation geht im Vergleich zu 2012 von leicht sinkenden Brot- und Futtergetreideerträgen, aber mit einer steigenden Ernte bei den Eiweisspflanzen aus. Beim Futtergetreide wird die einheimische Nachfrage bei weitem nicht gedeckt werden können. Eklatant ist der Unterschied beim Brotgetreide von der zweiten zur dritten Ernteschätzung.

Die Brotgetreideernte 2013 wird tiefer ausfallen, sofern sich die Schätzung von Swiss Granum bewahrheiten sollte. Gemäss deren Zahlen beläuft sich diese auf 409'000 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber 2012. Eine deutliche Korrektur im Vergleich zur zweiten Ernteschätzung gibt es beim Brotweizen. Hier wird der Ertrag deutlich tiefer geschätzt. Die Differenz beträgt nicht weniger als 48'000 Tonnen (-11 Prozent!). Gründe für diese massive Korrektur gegen unten genannt wurden keine genannt.

-1,4 Prozent Brotweizen

Nun werden rund 389'000 Tonnen Brotweizen erwartet, wie es in einem Communiqué heisst. Im Vergleich zu 2012 wird die Ernte um 1,4 Prozent tiefer ausfallen. Auch beim Roggen wurde die Schätzung gegen unten korrigiert. Statt 10'800 werden nun noch auf 8'000 Tonnen geschätzt. Im Vergleich zu 2012 dürfte die Erntemenge leicht höher ausfallen (+300 Tonnen). Bei den übrigen Brotgetreidearten wurden die Erträge bestätigt (Dinkel: 10’700 Tonnen, anderes Brotgetreide 800 Tonnen). Die Dinkelernte liegt aber mit -15.1% nochmals deutlich tiefer als im Vorjahr.

Die Saatbedingungen seien schlecht gewesen, sagte Stephan Scheuner, Direktor von swiss granum, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Sowohl im Herbst als auch im Frühling hat es sehr viel geregnet. Deshalb konnte teilweise nicht ausgesät werden.»

Immer weniger Futtergetreide

Beim Futtergetreide wird der Ertrag von Swiss Granum, der die Schätzung dem Bauernverband übertrug, auf 474'000 Tonnen geschätzt. Damit fällt die diesjährige Ernte um 4,3 Prozent (52'900 Tonnen) tiefer aus als jene von 2012. Bei der Gerste werden 172‘500 Tonnen erwartet, die Ernte ist damit um 4.3% unter der Menge des Vorjahres, mit 7‘400 Tonnen ebenfalls darunter ist der Hafer (- 4.8%).

Beim Futterweizen dürften die Erträge auch tiefer ausfallen, und zwar um 2500 Tonnen. Auch hier wurde im Vergleich zur zweiten Ernteschätzung eine Korrektur der Erträge gegen unten vorgenommen, und zwar um 4'000 Tonnen. Beim Triticale (53'800 Tonnen) und beim Mais (147’0000 Tonnen) werden in etwa die gleichen Mengen erwartet wie im Vorjahr.

Stabile Erträge bei den Ölsaaten, mehr Eiweisserbsen

Bei den Ölsaaten und Eiweisspflanzen haben sich im Vergleich zur zweiten Schätzung die Erträge bestätigt. Die Rapsernte wird mit 68‘700 Tonnen leicht tiefer als im Vorjahr geschätzt (- 0.4%). Die Sonnenblumenernte bewegt sich mit 9‘300 Tonnen auf Vorjahresniveau. Insgesamt ist bei den Ölsaaten mit 81‘700 Tonnen eine stabile Entwicklung verglichen mit 2012 zu erwarten, schreibt Swiss Granum. Erfreulich sind die prognostizierten Mehrerträge bei den Eiweisserbsen, wenn auch auf einem tiefen Niveau. Der Menge dürfte um 400 auf 13'500 Tonnen gegenüber 2012 steigen.

Die Zahlen sind aber mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, da die theoretischen Ernteschätzungen von der Praxis abweichen können.

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