3.09.2015 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - ral
Bern
BLS-Werkstätte Riedbach wird hinterfragt
Die Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hat sich am Montag zum ersten Mal getroffen. Die Debatte verlief konstruktiv.

Die Absicht der BLS, am Standort Riedbach eine neue Werkstätte für den S-Bahn-Betrieb zu errichten, hat vielerorts Kritik und Ängste ausgelöst. Ein Grund dafür war, dass die vorausgegangene Standortevaluation hinter verschlossenen Türen stattgefunden hat. «Wir wollten eine öffentliche Verunsicherung vermeiden, bevor die Ergebnisse der Evaluation vorlagen und klar war, wer betroffen sein würde», meint dazu BLS-CEO Bernard Guillelmon. «Dabei haben wir die politische Dimension des Projekts unterschätzt. Dem wollen wir nun Rechnung tragen.»

Breite Vertretung

Die im Juli geschaffene Begleitgruppe soll breit abgestützt sein. Dies sind Direktbetroffene wie die Stadt und der Kanton Bern, die Stiftung für Landschaftsschutz, Pro Natura Bern, der WWF Bern, der Berner Heimatschutz, der Berner Bauernverband, der Gewerbeverband Berner KMU und  weitere Interessengruppen. Der Tonfall ist versöhnlicher geworden: «Die Diskussion ist nötig. Wir sind bereit, auch über andere Lösungen zu sprechen», so Guillelmon.

Daher hat die BLS eine Begleitgruppe initiiert, die Bernhard Antener, Anwalt und Gemeindepräsident von Langnau, präsidiert. Am Montag traf sich die rund 30 Personen zählende Gruppe zur konstituierenden Sitzung.

Ziel: Akzeptable Lösung

Die Begleitgruppe hat konsultativen Charakter. Sie bringt die bisher vernachlässigte Aussensicht ein. Angestrebt wird eine aus Sicht von Gesellschaft, Umwelt, Betrieb und Wirtschaftlichkeit akzeptierbare Lösung. Bernhard Antener: «Wir erwarten, dass die BLS unsere Vorschläge ernst nimmt.»

Das breit abgestützte Gremium liess sich von der BLS orientieren: Nach allgemeinen Informationen über die Instandhaltung folgten Ausführungen über das Projekt zur geplanten neuen Werkstatt. Dabei machte die BLS deutlich, dass sie eine 2-Standorte-Strategie mit der bestehenden Anlage in Spiez und einem Neubau im Raum Bern verfolge, heisst es in einer Mitteilung.

Die Diskussion sei konstruktiv und kritisch verlaufen. Unter anderem wurde die Prüfung einer vertieften Zusammenarbeit mit den SBB, Transparenz über die bisher erfolgte Standortevaluation und alternative Standort-Szenarien gefordert. Ausserdem wünscht das Gremium, dass verschiedene unabhängige Experten befragt werden.

 

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