30.05.2018 17:31
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Milchmarkt
«Biomilchpreise bleiben attraktiv»
Mooh, die grösste Milchhandels- und Produzentenorganisation in der Schweiz, fordert eine gerechte Milchentschädigung. Der ÖLN-Milchpreis hat sich seit der Gründung im März 2016 nicht verbessert. 52 Rappen – So viel zahlte die mooh im Mai den Produzenten.

Die Mooh Genossenschaft führte ihre zweite ordentliche Generalversammlung in der Vianco-Arena in Brunegg AG durch. Grosses Thema war die Nachhaltigkeit in der Milchproduktion. 

Verkaufsargument: Nachhaltigkeit

Tag für Tag würden beim A-Segment Marktanteile verloren gehen, sagte René Schwager, Leiter Verkauf und Geschäftsführer der Tochter swissmooh. Das Problem sei folgendes: «Es kommen immer mehr Billigprodukte in die Schweiz, weil der Grenzschutz abgebaut wird.» Deshalb seien Alternativen gefragt. Die Aufgabe sei es, den Export zu stärken. Das könne mit einer besseren Kommunikation der Nachhaltigkeit verbessert werden. 

Auch Präsident Robert Bischofberger stiess ins gleiche Horn: «Swissness, ein hoher Qualitätsstandard und Nachhaltigkeit müssen wir vermehrt als Verkaufsargument nutzen, um für unsere Milchproduzenten eine möglichst hohe Wertschöpfung zu erzielen.

Silofreie Milch rückläufig

Schwager wagte eine Milchpreisprognose: Der Milchpreis für ÖLN-Silomilch werde in den kommenden Monaten saisonbedingt deutlich ansteigen. Über 60 Rappen sollen es werden. Weniger gut sieht es für silofreie Milch aus. Der Preis wird in den kommenden Monaten kaum mehr als zwei Rappen höher sein als bei Silomilch. Bei silofreier Milch sei nach gezielten Massnahmen viel Menge verloren gegangen.

«Die Biomilchpreise werden das ganze Jahr attraktiv bleiben», sagte Schwager und warnte gleich: «Wir müssen per 2020 aufpassen, weil das Angebot aufgrund der sehr hohen Preisen zunehmen wird.»

Angepassten Einkaufskonditionen 

Der Verwaltungsrat der Mooh Genossenschaft stellte den Antrag auf Anpassung der Einkaufskonditionen. Die vorgebrachten Anpassungen, inklusive Präzisierung des Minimalstandards bei der Milchübernahme sowie bezüglich Milchqualität, wurden mit grossem Mehr angenommen. 

Chevalley neu in Verwaltung

Mooh zählt neu elf Verwaltungsräte. Jean-Bernard Chevalley aus Puidoux VD wurde mit sehr grossem Mehr für die laufende Amtsperiode für die laufende Amtsperiode bis 2020 in den mooh-Verwaltungsrat gewählt. Chevalley ist mooh-Produzent und Verwaltungsrat von Prolait Fédération Laitièer und LactoFama AG sowie Präsident des Verwaltungsrates von le Grand Pré SA und Vorstandsmitglied von Prométerre sowie Mitglied des Grossen Rates VD.

Einen ausführlichen Bericht zur Versammlung sowie ein Interview mit Geschäftsführer Eugen Luz lesen Sie im «Schweizer Bauer» vom Samstag, 2. Juni 2018.

Das ist Mooh

Mooh wurde aus der Zusammenführung des Milchhandelsgeschäfts der Miba-Genossenschaft und der Nordostmilch AG im März 2016 gegründet und ist seither die  Nummer 1 im Schweizer Milchhandel mit Sitz in Zürich. Rund 4200 Mooh-Mitglieder in 20 Kantonen der Nordost- und Nordwestschweiz produzieren jährlich  rund 750 Mio. kg Milch, die zu einem grossen Teil direkt von Mooh vermarktet wird. Mooh handelt sowohl ÖLN, BIO als auch Berg- und Käsereimilch. Tag für Tag transportieren 53 Milchsammelwagen und 18 Auflieger die Milch von den Bauern direkt zu über 50 Verarbeitern in der ganzen Schweiz. Verwaltungsratspräsident ist Robert Bischofberger. Weiter sind Thomas Aregger, Ernst Bachmann, Christian Banga, Boris Beuret, Karl Häcki, Martin Hübscher, Daniel Schreiber, Daniel Studer, Hans Tanner und neu Jean-Bernard Chevalley im Verwaltungsrat vertreten.

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