10.09.2013 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Bern
Bike-Park ist illegal
Der Knatsch um Thömus Bike-Park in Oberrried geht in eine nächste Runde. Betroffene Landwirte machen Einsprache gegen die geplante Überbauungsordnung. Sie möchten deshalb eine Weilerzone schaffen.

Hightech vom Bauernhof. So preist Thömus Veloshop seine Produkte im Internet an. «Klar, sind wir stolz, dass es ‹Thömus› gibt. Er hat Oberried bekannt gemacht», sagt Landwirt Daniel Krähenbühl. Er wohnt etwas ausserhalb des Dorfes am Neuhausrain.

Thomas Binggeli hat 1996 auf dem elterlichen Hof eine Velowerkstatt eröffnet, die mittlerweile zu einem stattlichen Unternehmen geworden ist. Alleine in Oberried arbeiten rund 30 Angestellte. Als erfolgreicher Jungunternehmer hat er das «Stromer»-E-Bike entwickelt. Diesen Geschäftsbereich hat er kürzlich verkauft. «Bauer aber war er nie», gibt Krähenbühl zu verstehen.

Pläne legalisieren

Auf seinem Land hat Thömus 2011 ein Projekt für einen Bike-Park eingereicht. Er musste das ursprüngliche Projekt später auf 3,2 Hektaren redimensionieren und auf eine Downhill-Strecke und einen Sessellift verzichten. Nun wurde eine Überbauungsordnung publiziert. Diese stösst bei den Landwirten Oberrieds auf Widerstand. Sie haben bei der Planungsabteilung Köniz eine Einsprache deponiert.

Denn: Der Betrieb befindet sich in der Landwirtschaftszone und ist damit illegal. Erst wenn die Stimmbürger im Februar 2014 der Umwandlung in eine Bauzone mit Überbauungsordnung zustimmen, wäre die Nutzung legalisiert. Denn die Gemeinde Köniz bewegt sich in einer planungsrechtlichen Grauzone. Der Kanton Bern hat signalisiert, dass unbewilligte Nutzungen nicht unbesehen mittels der vorliegenden Planung sanktioniert werden können.

Lösung Weilerzone

Daniel Krähenbühl zählt Gründe auf, die die Kritiker dazu bewogen haben, Einsprache gegen den Nutzungsplan mitten im Landwirtschaftsgebiet zu erheben: Mit der Umzonung gehe wertvolles Kulturland inklusive Fruchtfolgeflächen verloren. Dies könne nicht mit wirtschaftlichen Einzelinteressen der Firma begründet werden. Die Gemeinde Köniz habe jedoch keine Alternativstandorte geprüft.

Weiter seien Wege und Strassen nicht für einen übermässigen gebietsfremden Verkehr ausgelegt. Vier Grossanlässe jährlich seien ohnehin zu viel. Die Bauern würden dadurch in der Bewirtschaftung eingeschränkt, da keine Parkierungsregelung besteht. «Denn die ortsfremden Velofahrer kommen meist nicht mit dem Velo.» Als Lösung schlagen sie eine Weilerzone vor. Damit könnten Bauern und Thömus «in angepasstem Rahmen mit- und nebeneinander wirtschaften». Den Bike-Park brauche es aber nicht mehr.

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