1.02.2016 08:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Bauern teils mit dramatischen Einkommenseinbussen
Für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebszweige in England zeichnen sich drastische Einkommensrückgänge im Wirtschaftsjahr 2015/16 ab, das im Februar endet.

Laut Prognosen des Londoner Landwirtschaftsministeriums (DEFRA), die am vergangenen Donnerstag vorgelegt wurden und auf Daten von Anfang Januar dieses Jahres beruhen, sind die Einbussen in der spezialisierten Schweinehaltung wahrscheinlich besonders hoch. Hier rechnen die Experten für 2015/16 mit einem Rückgang des durchschnittlichen Einkommens im Vergleich zum Vorjahr um 46% auf nur noch 26'500 Pfund (38'600 Fr.).

Gesunkenen Produzentenpreise

Ausserdem erwartet das Ministerium für die Milchviehhalter ein Minus von 45% auf 46'500 £ (67'700 Fr.). Bei den Ackerbauern geht das DEFRA von einem Rückgang des Einkommens um 17% auf durchschnittlich 43'000 £ (62'600 Fr.) aus. Die spezialisierten Getreidebauern dürfte es mit Einbussen um 24% auf rund 34'000 £ (49'500 Euro) noch empfindlicher treffen.

Als wichtigste Ursache für die deutlich schlechteren Perspektiven im Ackerbau sowie in der Milch- und Schweineproduktion nennt das DEFRA die gesunkenen Produzentenpreise. Allerdings sehen die Fachleute für einige Produktionsrichtungen auch positive Entwicklungen voraus. So prognostizieren sie für die englischen Geflügelhaltungen für 2015/16 gegenüber dem Vorjahr einen Einkommenszuwachs um 14% auf durchschnittlich 145'000 £ (211'100 Fr.).

Extensive Rinderhalter mit Plus

Aufwärts soll es auch für die extensiven Weideviehhaltungen im Tiefland gehen, nämlich um 8% auf 20'000 £ (29'100 Fr.). Derweil können die extensiven Rinder- und Schafhaltungen in benachteiligten Gebieten laut DEFRA-Prognose mit einem Plus von 47% auf 21'500 £ (31'300 Fr.) rechnen. Ihre optimistische Einschätzung begründen die Beamten hier mit im Gegensatz zu den anderen Produktionszweigen weiterhin konstanten Direktzahlungen.

Ausserdem wurden die Subventionen für Betriebe in Moorgebieten und in deutlich benachteiligten Gebieten erhöht. Auch für kleine Gemischtbetriebe sind die Perspektiven 2015/16 besser als im Vorjahr: Das Ministerium sieht für diese Gruppe ein Einkommensplus von 4% auf 22'500 £ (22'700 Fr.) voraus.

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