14.01.2014 09:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Australien: Rindfleischexporte erreichen Rekordwert
Die australischen Rindfleischexporteure haben im vergangenen Jahr soviel Ware im Ausland verkauft wie niemals zuvor. Wie aus Daten des Landwirtschaftsministeriums hervorgeht, wurde 2013 die Rekordmenge von 1,1 Mio. t Rind- und Kalbfleisch ausgeführt.

Das waren fast 136'000 t oder rund 14% mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen noch zwischen 750'000 und 800'000 lebend exportierte Rinder, deren internationaler Absatz im Vorjahresvergleich um gut ein Fünftel zugelegt hat.

Grosses Angebot und schwache Währung

Marktexperten zufolge wurde der Ausfuhrboom durch eine spürbare Abwertung des australischen Dollars begünstigt, der im Jahresverlauf 2013 gegenüber dem US-Dollar und dem Euro rund 15% an Wert verlor und so die Wettbewerbsposition der australischen Anbieter am Weltmarkt stärkte. Noch entscheidender für die Exporteure „DownUnder“ war jedoch das deutlich höhere inländische Fleischangebot.

Laut Meat and Livestock Australia (MLA) erreichten die Rinderschlachtungen dürrebedingt ein Mehrjahreshoch und dürften 2013 mit mehr als 7,7 Millionen Grossrindern (+5%). Infolge des reichlichen Angebots bewegten sich die Schlachtviehpreise allerdings nur auf einem schwachen Niveau: Die Referenznotierung für männliche Schlachtrinder lag 2013 mit durchschnittlich 3,15 AUD/kg (2,55 Fr./kg) rund 15% unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Chinaexport brummt - Japan bröckelt

Die „Erweckung des schlafenden Riesen China“ war nach Angaben der MLA ein wesentlicher Faktor für das kräftige Plus der australischen Rindfleischexporte. Nachdem 2012 nur knapp 33'000 t in die Volksrepublik verkauft wurden, stieg die Liefermenge 2013 auf fast 150'000 t, obwohl seit Herbst 2013 die Ausfuhr von frischem australischem Rindfleisch nach China wegen Übersetzungsfehlern in den Exportzertifikaten nicht mehr möglich war. Marktanalysten gehen davon aus, dass 2014 wegen des steigenden Bedarfs in China eine weitere Handelsintensivierung wahrscheinlich ist.

Enttäuschend verliefen dagegen die Geschäfte mit dem wichtigsten Kunden Japan. Die betreffenden Exporte fielen 2013 mit knapp 289'000 t gut 6 % kleiner aus als im Vorjahr, wofür die höheren Lieferungen des Wettbewerbers USA auf diesen Markt verantwortlich gemacht wurden. Die Vereinigten Staaten waren für Australiens Rindfleischhändler aber nicht nur Konkurrenten, sondern auch wichtige Kunden, denn dorthin wurden 2013 rund 212'700 t Rindfleisch verschifft. Im Vorjahresvergleich ging die Liefermenge in die USA jedoch um etwa 11 000 t (-5 %) zurück. Analysten zufolge lag dies vor allem daran, dass Käufer aus China und dem Mittleren Osten mehr Geld für die australische Ware zahlten.

Entsprechend stark legten die Rindfleischexporte in die Region Mittlerer Osten zu. Sie verdoppelten sich gegenüber 2012 auf 61'000 t. Erneut zugenommen haben auch die Lieferungen in die EU, und zwar im Jahresvergleich um rund ein Drittel auffast 20'000 t.

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