13.03.2014 08:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zürich
Aus für Juckerhof?
Die Gemeinde Seegräben und die Gebrüder Jucker stehen im Clinch. Für ihre Events müssen die Besitzer des Juckerhofs eine Bewilligung einholen. Der Gemeinderat hat diese aber für das Strohfestival untersagt.

Der Bauernhof der Gebrüder Jucker ist eine Erfolgsgeschichte. Die Jucker Farm produziert für die Erlebnis-Höfe in Seegräben und Jona Nahrungsmittel. Auf 100 Hektaren Fläche kultivieren sie aber auch Nahrungsmittel für den Einzelhandel.

Doch die Events auf dem Hof in Seegräben führen auch zu Problemen. So haben die Klagen aus der Bevölkerung über den motorisierten Verkehr und die Massen von Fussgängern zugenommen. Die Gemeindeversammlung hat deshalb im Sommer 2013 eine Polizeiverordnung verabschiedet. Damit sind Veranstaltungen bewilligungspflichtig, die erheblichen Mehrverkehr verursachen, länger als drei Tage dauern und über die gesamte Veranstaltungsdauer mehr als 500 Personen anziehen.

Im Februar fand auf dem Juckerhof das Strohfestival statt. Der Gemeinderat forderte die Betreiber auf, die nicht eingeholte Bewilligung für das laufende Strohfestival nachzuholen. Nun aber habe der Gemeinderat die Bewilligung verweigert, schreibt die Jucker Farm AG in einem Communiqué.

Dies stelle den wirtschaftlichen Weiterbetrieb in Frage, heisst es weiter. So sei an den Seegräbner Weihnachtsmarkt in Zukunft nicht mehr zu denken. „Der Gemeinderat Seegräben ist offensichtlich bestrebt, den Juckerhof loszuwerden“, lässt sich Martin Jucker im Communiqué zitieren. „Von den konkreten Vorwürfen des Gemeinderates konnte bis jetzt kein einziger nachvollzogen werden. Nicht einmal am Anwohnerabend von letzter Woche“, betont Jucker.

Die Jucker Farm AG will nun gegen den Entscheid rekurrieren. Die Gebrüder wurden erst kürzlich an der Tier&Technik mit dem Agro-Star-Preis ausgezeichnet. Jurypräsident Christian Belz, Professor für Marketing an der Uni St. Gallen, zollte den beiden Brüdern in seiner Laudation viel Respekt. Die Landwirtschaft sei immer noch der Kern des Betriebes. Doch die beiden Brüder hätten es geschafft,  die Landwirtschaft für die Gäste erlebbar zu machen. Hausgemachte Spezialitäten würden mit dem Erlebnisprogramm kombiniert. Und nicht die effiziente Produktion stehe in erster Linie im Vordergrund, sondern der Produktionsprozess, erklärte Belz.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE