22.09.2014 12:31
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Einkommen der Landwirte gesunken
Österreichs Landwirte hatte im vergangenen Jahr deutliche Einkommenseinbussen zu verkraften. Das geht aus dem „Grünen Bericht“ hervor, den das Kabinett am Dienstag vergangener Woche in Wien verabschiedet hat.

Demnach gingen die Einkommen der Betriebe 2013 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf durchschnittlich 25'698 Euro (31'351 Fr.) zurück. Die Daten basieren auf den Ergebnissen von gut 2'200 freiwillig buchführenden land- und forstwirtschaftlichen Betrieben.

Dürre- und Hochwasserschäden

Ursache hierfür sind dem Bericht zufolge die Dürre- und Hochwasserschäden des letzten Jahres, die zu teilweise erheblichen Ernteverlusten geführt hatten. Als weitere Gründe für die negative Entwicklung werden niedrigere Preise für Getreide und Ölsaaten sowie höhere Aufwendungen für Futtermittel genannt. Demgegenüber hätten gestiegene Produzentenpreise für Milch und bessere Erträge aus der Forstwirtschaft die Rückgänge insgesamt abgemildert. Deshalb habe sich die Einkommenssituation der Bergbauern sogar leicht verbessert.

Ihr Einkommen kletterte 2013 gegenüber dem Vorjahr um 2 % auf 22'667 Euro (27'654 Fr.). Das Einkommen pro Arbeitskraft ist ebenfalls um 6%gesunken und lag mit 20'236 Euro (24'688 Fr.) rund 20 % unter dem österreichischen Durchschnitt. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter wertete die Zahlen als Handlungsauftrag für die Regierung.

Investitionsoffensive kommt

Rupprechter betonte die Notwendigkeit eines starken Sicherheitsnetzes. Zudem böten die bewährten Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eine Absicherung für die Bauern. Auf diese Weise könne man Marktschwankungen und Exportausfällen begegnen. „Auf der anderen Seite müssen wir mit einer Investitionsoffensive in die Zukunft blicken“, erklärte Rupprechter.

Er versprach, mit dem neuen Programm der Ländlichen Entwicklung die entsprechenden Akzente zu setzen, um die Landwirtschaft und die ländlichen Räume „zukunftsfit“ zu machen.

„Strikter Budgetkurs“

Wie aus dem Grünen Bericht weiter hervorgeht, verzeichneten die Dauerkulturbetriebe mit einem Einkommensplus von 17 Prozent die stärkste Steigerung aller Betriebsformen. Leichte Einkommenszuwächse haben auch die Forstbetriebe aufgrund der höheren Holznutzung und die Futterbaubetriebe durch die gestiegenen Milchpreise erzielt. Hingegen gab es Einkommensrückgänge im Umfang von mehr als 20 Prozent bei den Veredelungsbetrieben. Zurückgeführt wird das vor allem auf höhere Futtermittelkosten. Marktfruchtbetriebe mussten niedrigere Erzeugerpreise hinnehmen.

Auch die mehrwöchige Trockenperiode in den Sommermonaten habe zu Ertragsausfällen sowohl im Ackerbau als auch im Grünland geführt, so das Wiener Agrarressort. Dessen Angaben zufolge waren die öffentlichen Gelder für die Betriebe gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig, da es in Österreich keine Rückvergütung für Agrardiesel mehr gibt. Bei den Direktzahlungen sei es durch den „strikten Budgetkurs der EU“ zu Kürzungen gekommen.

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