8.05.2018 10:11
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Strukturwandel
643 Betriebe haben aufgegeben
Der Strukturwandel hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. 2017 sind 643 Betriebe verschwunden. Die Bioproduktion ist auf dem Vormarsch. Diese Ergebnisse gehen aus der landwirtschaftlichen Strukturerhebung 2017 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Im vergangenen Jahr zählte die Schweiz noch 51’620 Landwirtschaftsbetriebe. Bei den konventionellen Betrieben wurde ein Minus von 933 registriert, die Anzahl der Biobetriebe hingegen nahm um 290 Einheiten zu. Insgesamt nahm somit die Anzahl Betriebe um 643 oder 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. 

Der Strukturwandel hat sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt. Damals betrug das Minus 990 Betriebe oder -1.9 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 gab es noch 70'537 Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz. 

20.6 ha pro Betrieb

Die 51'600 Betriebe haben insgesamt 1.05 Millionen Hektar Land bewirtschaftet. Das ist im Vergleich zu 2017 ein Minus von knapp 3000 ha. Während bei der konventionell bewirtschafteten Fläche ein Rückgang von über 12'300 ha verzeichnet wurde, nahm die «Biofläche» um 9'300 ha auf 151’400 ha zu. Das ist ein Anteil von 14 Prozent.

Durch die Zusammenlegung von einigen Flächen vergrösserten sich bestehende Betriebe. 2017 stieg die durchschnittliche Landwirtschaftsfläche pro Betrieb auf 20,6 Hektaren an. Die Anzahl Betriebe mit mehr als 30 Hektaren vergrösserte sich um 1%. Gewachsen ist auch die Anzahl Biobetriebe. Mit 6638 Höfen wurde ein Plus von 5% (+290) verzeichnet. 63% davon befinden sich in der Bergzone.

58% Naturwiesen und Weiden

Der grösste Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen entfällt auf Naturwiesen und Weiden (609’000 ha oder 58%. ohne Sömmerungsweiden). Über 398'000 Hektaren oder 38 Prozent wurden als Ackerland genutzt. Auf fast der Hälfte dieser Fläche wurde Getreide (143'300 ha) angebaut. 

83'000 ha entfielen auf Brotgetreide, 60'300 ha auf Futtergetreide. Die Anbaufläche für Dinkel (5000 ha) wuchs zwischen 2014 und 2017 um 41%. Die sonstigen Flächen (38 900 ha; 4% der LN) enthielten gemäss BFS 13’400 Hektaren Rebland und 7200 Hektaren Obstanlagen. 

Gemüsebau legt zu

Stark zugenommen in den vergangenen fünf Jahre hat der Gemüsebau. Die auf 4100 Betriebe verteilte Gemüsebaufläche (12’600 ha) hat zwischen 2012 und 2017 hat sie um 24% zugenommen.

Weniger Milchkühe und Schweine

Ein überwiegender Teil der Betriebe, 84 Prozent, hält immer noch Nutzvieh. Rückläufig ist die Anzahl Milchviehbetriebe mit -3 Prozent auf 26'535. Das BFS begründet den Rückgang mit der anhaltend tiefen Rentabilität. Der Bestand an Milchkühen nahm um 1 Prozent auf 569'185 Tiere ab. Die Anzahl Bio-Milchkühe nahm um 3'800 auf 55'200 Tiere zu

Beim Tierbestand für die Fleischproduktion, insbesondere bei den Mutter- und Ammenkühen, wurde eine Zunahme von 2% auf 123'398 registriert. Die Hälfte der Betriebe mit dieser extensiven Produktion war in der Bergzone angesiedelt (47%).

Mehr Geflügel und Schafe

Gewachsen ist 2017 die Schweizer Geflügelproduktion. Nachdem sie 2016 stagniert hatte, stieg die Zahl der Mastpoulets 2017 wieder um 4% auf 7'151'000 Tiere an. Zugenommen hat zudem die Anzahl Legehühner (+4%). Dieser Anstieg setzt den seit einem Jahrzehnt beobachteten Trend fort, so das BFS. 16% werden in Bio-Betrieben gehalten.

Der Schafbestand verbuchte 2017 ein leichtes Plus (+1%). 54% der in der Schafmilchproduktion tätigen Betriebe waren Bio-Betriebe. Der Bestand an Ziegen, die vor allem in Bergregionen gehalten werden, nahm weiter zu (+4%; 78 146). Rückläufig ist die Schweinefleischproduktion. 2017 nahm sowohl die Anzahl Produzenten (-3%) als auch der Tierbestand (-1%) ab. 7% dieser Betriebe setzten auf die Bioproduktion.

Beschäftigtenzahl stabil

Im Jahr 2017 beschäftigten die Landwirtschaftsbetriebe 153 900 Personen. Der Bestand blieb damit im Vergleich zum Vorjahr stabil. Zwei Drittel der Betriebsleitenden arbeiteten Vollzeit. Die restlichen Mitarbeitenden waren grösstenteils Teilzeitbeschäftigte (66%). Während des Berichtsjahrs arbeiteten 56 100 Frauen in der Schweizer Landwirtschaft, darunter knapp 3100 Betriebsleiterinnen (+5%). bfs

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE