11.11.2014 15:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zürich
ZH: Bauern und Fischer arbeiten zusammen
An der traditionellen Martini-Pressekonferenz rückte der Zürcher Bauernverband (ZBV) das Thema «Umsetzung des Gewässerschutzgesetzes» ins Zentrum. Bauernverband und Fischer wollen sich für eine zielgerichtete Umsetzung einsetzen.

Im Zürcher Weinland wurde auf zwei Betrieben exemplarisch dargestellt, wie Bauern von der Umsetzung des Gewässerschutzgesetzes betroffen sind. Auf dem Kulturland der Familie Denzler aus Truttikon sollen die vor 130 Jahren eingedolten Gewässer wieder offengelegt werden.

Immer mehr muss im Ausland produziert werden

Diese Offenlegung würde auf den besten landwirtschaftlichen Böden erfolgen, so dass die Existenz des Betriebes in Frage gestellt würde. Wertvolles Kulturland geht verloren, selbst wenn die Flächen kompensiert werden. Denn die Kompensation würde nicht auf dem Betrieb der Familie Denzler erfolgen, hält der ZBV in seinem Communiqué fest. Eine mögliche Revitalisierung würde auch die Familie Buri aus Ossingen ZH sowie sieben weitere Landwirte aus dem Dorf betreffen.

„Die landwirtschaftlichen Betriebe sind auf die Fruchtfolgeflächen existenziell angewiesen. Sie wollen hier weiterhin qualitativ hochstehende Nahrungs- und Futtermittel produzieren. Kostbare Fruchtfolgeflächen würden verloren gehen – verbunden mit hohen Kosten“, mahnt der Verband. Fehlen die Flächen in der Schweiz, muss immer mehr Ackerland im Ausland bewirtschaftet werden, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen, heisst es weiter. Prioritäres Ziel sei es aber, die Bevölkerung mit einheimischen Lebensmitteln zu versorgen.

ZBV überreicht Kanton ein Schreiben

Der ZBV fordert deshalb, dass überall dort, wo Fruchtfolgeflächen betroffen sind, auf die Revitalisierung verzichtet wird. Bei 100 der 217 vorgesehenen Projekte hat der jeweilige Landeigentümer der Verwaltung schriftlich mitgeteilt, dass das entsprechende Projekt so nicht umgesetzt werden kann. Der ZBV überreichte dem Kanton bei dieser Gelegenheit alle Schreiben und Projektkarten und fordert eine Überarbeitung der kantonalen Revitalisierungsplanung.

Der Fischereiverband des Kantons Zürich (FKZ) will mit der Landwirtschaft gemeinsam Lösungen erarbeiten. Einen gewissen Spielraum bei der Ausscheidung eines Gewässerraumes gibt es gemäss den Fischern immer. Die Projekte müssten Sinn machen. Der FKZ mahnt aber auch: „Jedoch bietet sich bei naturfernen Gewässerabschnitten mit einem herausragenden ökologischen Potenzial kein Kompromiss an. Die Projekte müssen einzeln untersucht und das Vorgehen für die Landwirte tragbar bestimmt werden.“

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