15.09.2015 06:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Wolf-Abschuss: Umweltverbände fechten Bewilligung an
Die beiden Umweltverbände Pro Natura und WWF haben am Montag gegen die Abschussbewilligung für einen Wolf im Wallis Beschwerde eingereicht. Sie erachten die Abschussbewilligung als «nicht rechtens» und schliessen nicht aus, dass es in der Augstbordregion Jungwölfe geben könnte.

Die Präsenz von Wölfen in der Augstbordregion verpflichte die Nutztierhalter seit Jahren dazu, Massnahmen zum Schutz der Schafe zu ergreifen, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der Umweltverbände. Selbst einfach umsetzbare und zumutbare Herdenschutzmassnahmen seien jedoch nicht umgesetzt worden.

Wolfsmonitoring abgeschafft

Der Einzelabschuss dürfe zudem nur dann in Betracht gezogen werden, wenn damit weitere Schäden verhindert werden könnten. Dies sei in der betroffenen Region, wo drei Wölfe nachgewiesen wurden, nicht gewährleistet. Seit langer Zeit sei bekannt, dass es sich bei einem der drei Tiere um ein Weibchen handle, führen Pro Natura und WWF weiter aus. Es könne deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass sich im Gebiet unentdeckte Jungwölfe aufhalten würden.

Weil der Kanton Wallis das Wolfsmonitoring abgeschafft habe, verhindere er aktiv den Nachweis von Jungwölfen. Würden Jungtiere in der Region leben, müsste das Bundesamt für Umwelt (BAFU) über die Abschussbewilligung entscheiden und nicht nur der Kanton Wallis.

Wallis sieht Herdenschutz als ausreichend an

Das Wallis gab vor zwei Wochen einen Wolf in der Augstbordregion zum Abschuss frei, nachdem dort zwischen Juni und August 44 Schafe gerissen wurden. Der Kanton erachtet die betroffenen Alpen als ausreichend geschützt. Die Analysen wiesen die aus dem Vorjahr bekannte Wölfin F14, den ebenfalls bekannten Wolf M46 sowie ein neues Tier als Urheber der Schafsrisse nach. Dem neuen Wolf wurde die Bezeichnung M59 zugeteilt.

Die Abschussbewilligung gilt nicht für ein bestimmtes Tier, sondern für das Schadensgebiet. Sie ist während 60 Tagen gültig und nur so lange es auf den betroffenen Alpen noch Schafe hat.

 

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