30.11.2017 16:20
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Weiter Geld für Schlachtviehmärkte
Der Grosse Rat des Kantons Berns berät in der Wintersession ein weiteres Entlastungspaket. Nicht sparen will das Parlament bei den Schlachtviehmärkten und Viehschauen. Ein Antrag der Grünliberalen wurde abgelehnt.

Der Grosse Rat ackert seit Tagen rund 155 Einzelmassnahmen durch. Der Regierungsrat will insgesamt 185 Millionen Franken einsparen. In den meisten Fällen wurde die Regierung vom Parlament unterstützt.

Nicht Aufgabe des Kantons

Die Grünliberalen (GLP) wollten bei den Bauern noch mehr sparen. Sie haben deshalb beantragt, die kantonalen Beiträge für Schlachtviehmärkte und Viehschauen erstazlos zu streichen. So hätte der Kanton ab 2019 pro 2.7 Millionen Franken sparen können. Der Grosse Rat will davon nichts wissen, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt.

Michael Köpfli von den Grünliberalen sagte, er habe nichts gegen Tierschauen und Schlachtviehmärkte. Doch deren Unterstützung sei nicht Kernaufgabe des Kantons. Produzenten könnten sich selber organisieren. Zudem böte die Digitalisierung auch Chancen. Mit einem geeigneten App könne der Bauer womöglich schon bald den Zwischenhandel ausschalten. Support hat die GLP von Teilen der Grünen erhalten.

Landwirtschaft spart 2 Millionen

Doch SVP, BDP, FDP, EVP, EDU und die Mehrheit der SP unterstützen den GLP-Antrag aber nicht. Die Landwirtschaft beteilige sich mit fast zwei Millionen Franken am Sparpaket. Sie sei auch bereit, bei den Schlachtviehmärkten eine Kürzung von 200'000 Franken zu akzeptieren. Eine ersatzlose Streichung sei unzumutbar, da sich viele Kuhhalter in Randregionen befänden, so der Tenor. Wollten diese Bauern in den Markt eingreifen, müssten sie ihre Tiere an Märkte bringen können. Ohne Beiträge seien aber die Transportkosten zu hoch.

Bei den Viehschauen meldete sich Volkwirtschaftsdirektor Christoph Ammann zu Wort. Tierschauen seien wichtig für die Region und das bäuerliche Netzwerk. Sie hätten eine touristische Wirkung. Die Beiträge für die Schlachtviehmärkte dienten vor allem dem Berggebiet und den ländlichen Gebieten. Der Grosse Rat haben den Antrag der GLP schliesslich deutlich abgelehnt. Der SP-Antrag, die Kantonsbeträge für Schlachtviehmärkte um 400'000 Franken zu reduzieren, wurde ebenfalls abgelehnt. Somit bleibt es bei der Kürzung um 200'000 Franken.

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