17.01.2018 16:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Strassenverkehr
Über 13 Milliarden für Autobahnen
Auf Schweizer Autobahnen droht der Kollaps. Um das zu verhindern, will der Bundesrat bis 2030 über 13 Milliarden Franken ins Nationalstrassennetz investieren. Am Mittwoch hat er den nächsten Ausbauschritt zur Diskussion gestellt.

Es geht um den Bypass Luzern, die Erweiterung des Abschnitts Rotsee-Buchrain LU, die Engpassbeseitigung im Raum Crissier VD und die Umfahrung Le Locle NE. «Diese Projekte sind in der Planung so weit fortgeschritten, dass die Mittel freigegeben werden können», erklärte Verkehrsministerin Doris Leuthard am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Für die vier Bauvorhaben will der Bundesrat dem Parlament 2,267 Milliarden Franken beantragen. Bis am 30. April läuft die Vernehmlassung zum Verpflichtungskredit. Leuthard zeigte sich überzeugt, dass mit den Projekten deutliche Verbesserungen erzielt werden können.

Geld für den Gotthard

Mit dem Verpflichtungskredit legt der Bundesrat dem Parlament alle vier Jahre auch sogenannt grössere Vorhaben zur Freigabe vor. Aktuell geht es um den zweiten Gotthard-Strassentunnel, den das Stimmvolk 2016 gutgeheissen hat. Dafür beantragt der Bundesrat dem Parlament nun formell 2,084 Milliarden Franken. Hinzu kommen 300 Millionen Franken für die planerische Konkretisierung der übrigen Erweiterungsprojekte.

Ebenfalls alle vier Jahre genehmigt das Parlament den Zahlungsrahmen für Betrieb, Unterhalt und Anpassungen des Nationalstrassennetzes. Den Bedarf für die Periode 2020 bis 2023 beziffert der Bundesrat auf insgesamt 8,156 Milliarden Franken. Auch die Agglomerationsprogramme der dritten Generation hat er in die Vernehmlassung geschickt. Dabei musste er eine Auswahl treffen, weil mehr Projekte eingereicht wurden, als finanziert werden können. Nun sollen 32 Agglomerationsprogramme mit insgesamt 1,12 Milliarden Franken unterstützt werden.

Millionen vom Bund

Das grösste Projekt ist die zweite Etappe der Limmattalbahn. Dafür hat der Bundesrat über 207 Millionen Franken eingeplant. Eine weitere Etappe der Metro in Lausanne will er mit 132 Millionen Franken unterstützen, Vorhaben für den Fuss- und Veloverkehr der Agglomeration St.Gallen-Bodensee mit knapp 111 Millionen Franken.

Bei den Agglomerationsprogrammen der dritten Generation übernimmt der Bund zwischen 35 und 40 Prozent der Kosten. Die Unterstützung wird nach genau festgelegten Kriterien gewährt: Die Programme sollen die Qualität des Verkehrssystems verbessern, die Siedlungsentwicklung nach innen fördern, die Verkehrssicherheit erhöhen sowie die Umweltbelastung und den Ressourcenverbrauch senken. Neu wird auch der Fortschritt bei früher geförderten Programmen berücksichtigt.

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