10.05.2018 10:44
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Mercosur
«Spielen nicht in gleicher Liga»
Vergangene Woche reiste Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit einer Delegation in die Mercosur-Staaten. Die Schweizer Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor warnt vor den Nachteilen, die ein Abkommen mit dem Mercosur mit sich bringt, insbesondere für die Fleischproduzenten.

Der Agrarminister zog von der Reise in den Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) ein positives Fazit. Die Mission habe das Verständnis für die Vorbehalte und unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen vertretenen Sektoren gefördert. Gemäss Schneider-Ammann wurden neue, konstruktivere Grundlagen für die Diskussion über die Marktöffnung geschaffen. «Diese werden bei der Suche nach Kompromissen, insbesondere für die Landwirtschaft, nützlich sein», so Schneider-Ammann.

Andere Voraussetzungen

Kein positives Fazit zieht die Sals. «Die Landwirtschaft in den Mercosur-Ländern produziert in einem Umfeld mit deutlich geringeren Kosten und einem wesentlich weniger umfassenden gesetzlichen Rahmen als die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft», mahnt die Organisation in einem Communiqué von Mittwoch. 

Trotz hoher Bildung und allerbesten Willen sei es für die Schweizer Bauern nicht möglich, mit argentinischen Rindfleischproduzenten oder brasilianischen Geflügelproduzenten mitzuhalten. «Wir spielen nicht in der gleichen Liga», betont die Sals. Gefährdet seien auch Produzenten von Fleisch im Premium-Segment, warnt die Sals.

Starken Rahmenbedingungen

Die Sals fordert, dass die Schweiz ihren Teil für eine nachhaltige Produktion tragen muss. Umweltauswirkungen in Zusammenhang mit der Ernährung dürften nicht ins Ausland «exportiert» werden. Die Sals will eine vielfältige Land- und Ernährungswirtschaft. Eine Landwirtschaft basierend auf «Grünlandmonokultur» und damit verbundenen auf den Export einiger weniger Käsespezialitäten lehnt sie ab. Der Agrarminister hat im Vorfeld der Reise auf die Möglichkeit von Käseexporten hingewiesen.

Für die Sals ist es unerlässlich, an starken Rahmenbedingungen (Grenzschutz) festzuhalten, damit in der Schweiz komplette Wertschöpfungsketten einschliesslich Produktion und Veredelung von Nahrungsmitteln eine Zukunft haben.

Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS-Schweiz) ist eine Dachvereinigung, die nach eigenen Angaben über 60  Branchenorganisationen und Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette vereint. Die Sals verteidigt gemeinsame Interessen von Produzenten und Verarbeitern des Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektors. Die angeschlossenen Unternehmen und Branchenorganisationen generieren einen jährlichen Gesamtumsatz von über 16 Milliarden Schweizer Franken und beschäftigen über 160'000 Personen.

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