26.03.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
SP und FDP gewinnen - SVP verliert
Der Kanton Bern bleibt bürgerlich regiert. Die SP kann sich mit Zugewinnen im Parlament trösten, auch die FDP legte zu. Das ist das Fazit der Gesamterneuerungswahlen vom Wochenende.

Bei einer tiefen Stimmbeteiligung von gerade mal 29,5 Prozent sprachen die Wähler der Regierung ihr Vertrauen aus. Die vier Bisherigen wurden im Amt bestätigt, die parteipolitische Zusammensetzung bleibt unverändert.

Simon erzielte Spitzenresultat

Das Spitzenresultat erzielte wie vor vier Jahren die BDP-Finanzdirektorin Beatrice Simon, gefolgt von SP-Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann und SVP-Justizdirektor Christoph Neuhaus. Als beste Neue landete die SP-Nationalrätin Evi Allemann auf dem vierten Platz. Dicht darauf folgten Philippe Müller (FDP) und Christine Häsler (Grüne). 

Das schlechteste Resultat der Gewählten erzielte Pierre Alain Schnegg (SVP), der in der Stadt Bern für seine umstrittene Sozialpolitik abgestraft wurde. Im eigenen Verwaltungskreis, dem Berner Jura, und in allen ländlichen Regionen wurde er aber souverän wiedergewählt. Wer künftig welche Direktion führen wird, ist offen. Die Frischgewählten liessen sich am Sonntagabend nicht in die Karten blicken. Sicher einen neuen Chef bekommen die Erziehungs-, die Bau- und die Polizeidirektion.

SP legt im Rathaus zu

Nicht unbedingt erwartet wurde das starke Abschneiden der SP bei den Parlamentswahlen. Die Partei legte fünf Sitze zu und übertraf damit sogar ihr Wahlziel. Die FDP holte drei zusätzliche Mandate, die Stadtberner Alternative Linke schaffte erstmals den Sprung ins Kantonsparlament. Federn lassen mussten SVP, EVP, Grüne, BDP und die autonomistische PSA. Aus dem Rathaus verschwinden die Grünalternativen, eine kleine Splitterpartei.

Die 160 Sitze im bernischen Grossen Rat setzen sich künftig wie folgt zusammen: SVP 46 (-3), SP 38 (+5), FDP 20 (+3), Grüne 14 (-1), BDP 13 (-1), Grünliberale 11 (unverändert), EVP 10 (-2), EDU 5 (unverändert), PSA 2 (-1), Alternative Linke 1 (+1). Bemerkenswert ist, dass die BDP nur gerade einen Sitz abgeben musste. Damit gelang es der Partei nach dem Absturz vor vier Jahren, fast ihren ganzen verbleibenden Besitzstand zu wahren.

Der dreifache Hess

Einige in der kantonalen Politik verwurzelte Figuren mussten über die Klinge springen. Dafür schafften national bekannte Namen den Sprung ins Parlament - so Erich Hess von der SVP, der nun gleichzeitig dem Nationalrat, dem Kantonsparlament und dem Berner Stadtparlament angehört.

Ein Polit-Comeback gibt die frühere Grünen-Nationalrätin Aline Trede. Und auch die nationale Juso-Präsidentin Tamara Funiciello befasst sich künftig mit kantonalbernischen Themen.

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