26.06.2020 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleisch
Soldaten sollen weniger Fleisch essen
Biolandwirt und Nationalrat Kilian Baumann (Grüne/BE) will den Fleischkonsum der Bevölkerung aus Umweltschutzgründen drosseln. Auch die Schweizer Armee sollen ihren Beitrag dazu leisten.

Im Oktober 2019 wurde Kilian Baumann in die Grosse Kammer gewählt. Und der Biobauer aus dem Berner Seeland hat bereits mehrere Vorstösse lanciert.

In der Sondersession vom Mai hat Biobauer Kilian Baumann aus Suberg BE eine Motion eingereicht, in der er den Bundesrat beauftragt, die klimaschonende Landwirtschaft weiter auszubauen, um die Ziele der Treibhausgas (THG-)Reduktion zu erreichen. Er begründet dies damit, dass die Landwirtschaft schweizweit für rund 13% der THG-Emissionen verantwortlich sei. 

Zudem hat er einen 10 Punkte-Plan vorgestellt. Mit diesem will die Landwirtschaft weiter ökologisieren.

Reduzierung des Fleischkonsums 

Bei Punkt 9, den Fleischkonsum reduzieren, setzt Baumann nun an. «Die Fleischproduktion trägt einen erheblichen Teil zur Klimaerwärmung bei. Wir müssen deshalb unbedingt runter mit dem Konsum», sagte Baumann gegenüber dem «Blick». Deshalb hat er die Motion «Massnahmenplan zur Reduzierung des Fleischkonsum» eingereicht. 

Darin fordert er den Bund auf, mit einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung eine beispielhafte Vorreiterrolle bei der Reduzierung des Fleischkonsums zu übernehmen. Zudem soll der Bund mit einer Informationskampagne die Bevölkerung über die Folgen des Fleischkonsums aufklären.

10-Punkte-Plan von Kilian Baumann

1) Kulturlandschutz stärken; 2) mehr inländische, erneuerbare Energie; 3) Interessen von Kleinbetrieben stärken, da diese in Krisen widerstandsfähiger seien; 4) soziale Situation der Landarbeiterinnen und -arbeiter verbessern; 5) mehr Vielfalt und weniger Auslandabhängigkeit bei Saat- und Pflanzgut; 6) Pestizid- und Kunstdüngereinsatz reduzieren; 7) Feed no Food; 8) Food Waste reduzieren; 9) Fleischkonsum reduzieren; 10) faire und ökologische Handelsbeziehungen stärken. sal

Bund soll Vorreiterrolle übernehmen

«Die Landwirtschaft ist in der Schweiz für 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 85 Prozent dieser Emissionen sind auf die Nutztierhaltung zurückzuführen», schreibt Baumann in seiner Motion. 

Mit dieser Motion will der Biobauer auch bei der Schweizer Armee ansetzen. Der 39-Jährige, der auf seinem Hof rund 20 Fleischrinder hält und das Fleisch direkt vermarktet, will den Fleischkonsum nicht verbieten. «Die Armee könnte ein Vorbild sein und den Soldaten weniger Fleisch auftischen», sagte Baumann zu «Blick».

Doch in seiner Motion wird aber deutlich, dass er die Ernährung doch lenken möchte. Denn dort heisst es: «Das Reduktionsziel kann nur durch eine gleichzeitige Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung hin zu vermehrt pflanzlichen Nahrungsmitteln erreicht werden. Es ist folglich unumgänglich, konsumbasierte Massnahmen zur Reduzierung des Fleischkonsums zu ergreifen, um die Emissionsziele der Landwirtschaft zu erreichen.»

«Habe es auf Importfleisch abgesehen»

Für Nationalrat Mike Egger (SVP/SG) geht der Vorstoss von Baumann eindeutig zu weit. Der Metzger und Betriebswirtschafter kritisiert den Biolandwirt scharf. Dieser gefährde mit seinem Vorschlag den hohen Standard der Schweizer Landwirtschaft. 

«Fleisch ist hierzulande ein Koppelprodukt. Die Produktion von Milch, Milchprodukten und Eiern ist nicht möglich, ohne parallel dazu Fleisch zu erzeugen», sagte Egger zu «Blick». Baumann sagte darauf, dass er nicht die Schweizer Bauern im Visier habe. Er sei selbst einer. «Ich habe es auf das Importfleisch abgesehen», so Baumann zu «Blick». 

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