18.06.2014 15:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Bauernverband
SMP wollen Rabatt bei SBV-Beiträgen
Die Milchpreise liegen heute tiefer als noch vor wenigen Jahren. Deshalb bezahlen die Milchbauern im Vergleich zu ihrer Wertschöpfung heute einen höheren Anteil an Verbandsbeiträgen an den Schweizer Bauernverband (SBV).

Seit dem Jahr 2000 ziehen die Schweizer Milchproduzenten (SMP) 0,04 Rp./kg Verkehrsmilch als Beitrag für den SBV ein (siehe Kasten). Damals betrug der Produzentenmilchpreis immerhin noch etwa 77 Rp./kg.  Demgegenüber lag der realisierte Milchpreis ab Hof gemäss SMP-Milchpreismonitoring im März 2014 bei 66,48 Rp/kg.

Relativ höhere Abgaben

Da die Abgabe für den SBV aber gleich geblieben ist, müssen die Milchbauern heute einen höheren Anteil ihres Einkommens an den SBV abliefern als früher. Bei anderen Produktionsrichtungen wie etwa den Spezialkulturen haben sich die Preise aber im Verhältnis besser gehalten. Demnach zahlen diese im Verhältnis zu ihrem Verdienst heute relativ weniger Beiträge als die Milchbauern.

Wie aus der Branche zu vernehmen ist, verlangen die SMP eine Neubewertung  und führen Gespräche mit dem SBV. «Es ist natürlich so, dass die SMP mit dem SBV periodisch über alle wichtigen Dinge im Dialog ist, so auch über die Finanzen», sagt Stefan Hagenbuch, stellvertretender Direktor der SMP. Ein konkreter Vorschlag sei noch nicht in der Pipeline: «Die Beiträge für den SBV müssten die SMP-Delegierten im April 2015 beschliessen.» Aktuell liegt noch kein  Antrag zur künftigen Beitragsgestaltung vor», so Hagenbuch.

Auch Urs Schneider, stellvertretender Direktor des SBV, bestätigt, dass man im Gespräch ist. Und er signalisiert Verständnis: «Beim Anteil der erwirtschafteten Endproduktion, der den Beitrag definiert, gab es Entwicklungen. Der Milchpreis ist heute viel tiefer. Im Vergleich dazu konnte man beispielsweise bei den Spezialkulturen den Deckungsbeitrag etwa halten.»

Dem SBV selber gehe es um Verschiebungen zwischen den Produktionsrichtungen und nicht darum, das gesamte Beitragsvolumen zu erhöhen. Denn der SBV stehe finanziell auf soliden Beinen. «Innerhalb der vierjährigen Finanzplanung bis 2018 ist keine Erhöhung des Beitragsvolumens, das seit 1990 lediglich im Jahr 2011 durch eine Anpassung der Flächenbeiträge einmal erhöht wurde, vorgesehen. Auch nach 2018 müsste ein allfälliger Mehrbedarf an Mitteln durch neue Einnahmequellen und nicht durch Beitragsanpassungen angestrebt werden», betont Schneider.

VSGP hat Verständnis

Pascal Toffel, Direktor des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP), kennt die Position der SMP. Es habe auch ein Treffen mit dem SBV in der Sache stattgefunden, wobei noch keine konkreten Zahlen genannt worden seien. «Uns ist bewusst, dass wir wegen der wirtschaftlich besseren Entwicklung beim Gemüsebau im Vergleich zur Milchproduktion etwas mehr bezahlen sollten. Ohne konkrete Zahlen können wir aber im Moment nicht mehr sagen», fügt er an.  Toffel lobt die in letzter Zeit sehr gute Zusammenarbeit mit dem SBV, was sich dementsprechend auch auf die Zahlungsbereitschaft der VSGP positiv auswirke.

Auch Georg Bregy, Direktor des Obstverbandes, ist die Problematik bekannt: «Zurzeit stehen wir mit dem SBV bezüglich der Beiträge im Gespräch.»

0,04 Rp./kg Milch

Mit Beschluss der Delegiertenversammlung führen die Mitgliedsorganisationen der SMP das Inkasso für den Beitrag auf der Milch für den Schweizer Bauernverband durch. Seit dem 1. Mai 2000 beträgt der produktbezogene Beitrag der Milchproduzenten an den Schweizer Bauernverband 0,04 Rp. je Kilogramm Verkehrsmilch. Von den rund 1,2 Mio. Franken werden 900000 Franken als Produktbeitrag für die Milch geleistet. 300000 Franken sind gezielt für die Interessenwahrung beim Rind- und Kalbfleisch einzusetzen.

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