24.09.2020 18:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Gülle
Schleppschlauch-Veto: SBV erfreut
Der Bundesrat möchte per 1. Januar 2022 das Ausbringen von Gülle mit dem Schleppschlauch obligatorisch erklären. Der Ständerat will diese Pflicht aufheben. Der Schweizer Bauernverband zeigt sich erfreut.

Der Entscheid der Landesregierun von Mitte Februar, das Ausbringen von Gülle mit dem Schleppschlauch zur Pflicht zu machen, kam bei Bauern und Politiker nicht gut an.

Deutliche Ergebnis im Ständerat

Ständerat Peter Hegglin (Mitte/ZG) reichte eine Motion ein, die das Obligatorium aufheben will. Stattdessen soll das bestehende Anreizsystem weitergeführt werden. Der Ständerat hat die Motion mit 27 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen deutlich angenommen.

Die Motion will den Bundesrat beauftragen, die Verordnungen so auszugestalten, dass der Schleppschlaucheinsatz auch nach 2021 durch die Weiterführung von finanziellen Anreizsystemen zielführend gefördert wird. Das Obligatorium soll aus der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) gestrichen werden.

Für grössere Betriebe geeignet

Erleichtert über den Entscheid ist der Schweizer Bauernverband (SBV). Die Verunsicherung bei den Bauern sei seit dem Entscheid des Bundesrats gross, schreibt der SBV in einer Mitteilung. Das Ausbringen der Gülle wird momentan als Ressourceneffizienzmassnahme aktiv gefördert. So können Ammoniak-Emissionen reduziert werden. Gemäss SBV wird 40 Prozent der schweizerischen Gülle mit diesem Verfahren auf den Feldern ausgebracht.

Der Schleppschlauch sei vor allem für grössere Betriebe mit nicht zu steilen Flächen geeignet, schreibt der Verband. Für solche Bauernhöfe lohne es sich aufgrund der tieferen Mehrkosten eher. «Bei kleineren Betrieben steigen die damit verbundenen Zusatzkosten und – je nach Neigung der Flächen – ist der Einsatz eines Schleppschlauchs gar nicht möglich. Diese Betriebe müssten verschiedene Gülle-Systeme nutzen, was die Kosten zusätzlich in die Höhen treibt», warnt der SBV.

Anreiz statt Verbot

Da solche Systeme oft von Lohnunternehmen betrieben würden, seien die Bauern bei der Ausbringung weniger flexibel. «Zudem sind die Maschinen der Lohnunternehmer oft schwerer und haben deshalb einen negativen Effekt auf die Bodenverdichtung», so der Verband weiter.

Der SBV ist nicht gegen den Schleppschlauch. «Er ist vielmehr überzeugt, dass die Weiterführung des Anreizsystems der richtige Weg ist, um das Ziel einer Reduktion der Emissionen zu erreichen», hält der Bauernverband fest.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE