4.01.2017 11:17
Quelle: schweizerbauer.ch - sam, rab
Jahresmedienkonferenz
SBV setzt auf Spezialitäten
Der Schweizer Bauernverband (SBV) will die Vielfalt und Qualität der Schweizer Lebensmittel besser in Wert setzen. Die Differenzierung sei die Chance für die Schweizer Landwirtschaft, so das Motto der Jahresmedienkonferenz in Oberbottigen.

Der SBV setzte in seiner traditionellen Jahresmedienkonferenz auf das Thema Differenzierung der Produkte. "Das hohe Qualitätsniveau sorgt für den guten Ruf von Schweizer Produkten. Zudem sind die zahlreichen verschiedenen Spezialitäten und die regionalen Produkte äusserst beliebt".

Eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung sei jedoch zentral. "Der Mehrwert der Schweizer Qualitätsprodukte soll sich nicht nur für den Handel, sondern auch für die Bäuerinnen und Bauern lohnen. Deshalb ist die Transparenz auf den Märkten wichtig, damit die Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette einen angemessenen Teil am Konsumentenfranken erhält", heisst es in der Mitteilung des Bauernverbandes weiter.

Höhere Standards für Schweizer Lebensmittel

„Die Schweizer Bevölkerung setzt auf Schweizer Lebensmittel. Das Vertrauen in Schweizer Produkte ist grösser als in ausländische“, betonte Martin Rufer, Leiter des Departements Produktion, Märkte und Ökologie beim SBV. Das Vertrauen in die Schweizer Lebensmittel sei auch aufgrund der strengen gesetzlichen Auflagen grösser als in anderen Ländern.

Der SBV geht deshalb in seinem Situationsbericht auf die Differenzen bei den gesetzlichen Bestimmungen zwischen der Schweiz auf der einen, der EU und den USA auf der anderen Seite ein. „Beispielsweise hat die USA noch heute kein nationales Tierschutzgesetz. Ganz zu schweigen davon, dass in den USA Hormone oder antimikrobielle Leistungsförderer in der Fütterung erlaubt sind“, betont Rufer. Solche Zusätze seien sowohl in der Schweiz wie in der EU verboten. Und es gebe es Bereiche, wo nicht nur die USA, sondern auch die EU ebenfalls deutlich schlechter abschneide als die Schweiz. Er erwähnt etwa die Futtermittel aus gentechnisch veränderten (GVO) Pflanzen. Während diese in der Schweiz nicht eingesetzt würden, würden in der EU oft Futtermittel eingesetzt, die GVO-Soja enthielten. Die gesetzlichen Einschränkungen und strengen Kontrollen hätten aber auch ihren Preis, betont Rufer: „Sie verteuern die Produktion. Entsprechend ist die Schweizer Landwirtschaft auf höhere Preise angewiesen.“

Für SBV-Direktor Jacques Bourgeois sind aber nicht nur diese "harten" Unterschiede wichtig. Auch ideelle Motive führten dazu, dass differenzierte Lebensmittel beim Konsumenten gefragt seien: "Der Trend zu differenzierten Lebensmitteln kann auch als Gegenbewegung zu den mimer höher standardisierten, global gehandelten Produkten verstanden werden; die Konsumierenden suchen als Reaktion das Einzigartige, das Echte und das Authentische." Und genau dies treffe auch auf Nahrungsmittel aus der Schweiz zu, insbesondere auf die zahlreichen Spezialitäten.

Zentrale Rolle der Swissness-Regelung

Für SBV-Präsident Markus Ritter spielt für die Wertschöpfung für die Bauern die Swissness-Vorlage eine zentrale Rolle, welche seit 1. Januar dieses Jahres in Kraft ist. "Diese muss nun unbedingt konsequent umgesetzt werden. Es ist zentral, dass für Produkte mit dem Schweizer Kreuz nicht nur die Verarbeitung in der Schweiz erfolgen soll, sondern auch die Rohstoffe einheimisch sein müssen, zu mindestens 80 Prozent. Wo Schweiz drauf steht, musss Schweiz drin sein.", so Ritter.

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