10.02.2017 10:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Bauernverband
SBV ruft Geist von Bruder Klaus an
Der Vorstand des Schweizer Bauernverbands (SBV) kam für seine zweitägige Sitzung im geschichtsträchtigen Flüeli-Ranft OW zusammen. In einem Manifest stellt er mehrere Forderungen.

Der Sitzungsort Flüeli-Ranft sei keineswegs ein Zufall, stehen 2017 doch gleich zwei für unser Land bedeutende Jubiläen an – einerseits der 600ste Geburtstag unseres Schutzpatrons Niklaus von Flüe, besser bekannt als Bruder Klaus, sowie der 500ste Jahrestag der Reformation. Das schreibt der SBV in einer  Mitteilung. «Bruder Klaus erlangte als Vermittler und Friedenstifter bereits zu Lebzeiten in allen Landesteilen grosse Bekanntheit. In Bescheidenheit und Demut war er Ratgeber und Vorbild für viele Menschen seiner Zeit», heisst es.
Der SBV möchte mit der Wahl dieses Ortes daran erinnern, dass die Landwirtschaft durch ihre Vielzahl an Funktionen, insbesondere der Lebensmittelproduktion, ebenfalls eine zentrale Rolle für unser Land spiele. An die landwirtschaftlichen Betriebe würden heutzutage hohe – und mitunter auch diametrale – Anforderungen gestellt. «Hohe Arbeitsbelastungen und tiefe Einkommen führen dazu, dass viele Bauernfamilien zunehmend überlastet sind», heisst es weiter.

Angesichts dieser Situation will sich der SBV mit einem Manifest für die Umsetzung folgender Massnahmen einsetzen:

  • Die Aufnahme der Ernährungssicherheit in die Bundesverfassung, um den weltweiten und nationalen Entwicklungen wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Abnahme der Landwirtschaftsflächen und Verknappung der Ressourcen in der politischen Ausrichtung unseres Landes Rechnung zu tragen. Bei einer Ernährungssicherheit vom Feld bis auf den Teller ist sich die Schweizer Landwirtschaft ihrer besonderen Verantwortung zur Erreichung der Ziele bewusst.
  • Eine Agrarpolitik 2022+, die darauf setzt, das Vertrauen zu stärken – Vertrauen einerseits zwischen Produzenten und Konsumenten, anderseits aber auch das Vertrauen der Bauernfamilien in ihre Zukunft. Diese Agrarpolitik muss zu einer höheren Wertschöpfung und zu einer Verringerung des administrativen Aufwands beitragen.
  • Die Bauernfamilien müssen mehr Wertschöpfung über die Vermarktung ihrer Produkte erzielen. Entscheidend dafür ist, dass sich die Land- und Ernährungswirtschaft konsequent auf Märkte fokussiert, in denen die Produktionskosten gedeckt werden können. Eine gezielte Absatzförderung dafür ist unabdingbar. Die Position der Bäuerinnen und Bauern in den Verhandlungen muss gestärkt und die Ausgaben der Konsumenten für Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette fairer verteilt werden.
  • Die Beibehaltung von Grenzschutzmassnahmen, die es erlauben Kostennachteile auszugleichen. Es handelt sich dabei um eine der zentralen agrarpolitischen Massnahmen, die zur Erzielung der bäuerlichen Wertschöpfung beiträgt.
  • Das Vertrauen der Konsumenten in Schweizer Lebensmittel muss über glaubwürdige Deklarationsbestimmungen gestärkt werden. Dazu gehören die korrekte Umsetzung der Swissness-Gesetzgebung, die Verbesserung der Transparenz bei Herkunftsbestimmungen sowie die Auslobung der GVO-Freiheit.

Niklaus von der Flüe - Bauer, Einsiedler, Heiliger

Niklaus von Flüe, Nikolaus von der Flühe oder Bruder Klaus (* 1417; † 21. März 1487 im Flüeli bei Sachseln im Kanton Obwalden) war ein Schweizer Einsiedler, Asket und Mystiker. Er gilt als Schutzpatron der Schweiz. Niklaus von Flüe wurde in eine Obwaldner Bauernfamilie geboren. Sein Vater war Heinrich von Flüe, seine Mutter hiess Hemma Ruobert. Von 1440 bis 1444 nahm Niklaus von Flüe als Offizier am Alten Zürichkrieg teil. Nach dem Krieg heiratete er Dorothea Wyss, mit der er zehn Kinder hatte. Er lebte als für damalige Verhältnisse wohlhabender Bauer, war Ratsherr des Kantons und Richter seiner Gemeinde.

1467 – das jüngste Kind war noch kein Jahr alt, der älteste Sohn Hans jedoch schon zwanzig, so dass dieser als Bauer die Familie ernähren konnte – verliess Niklaus mit dem Einverständnis seiner Frau seine Familie, um Einsiedler zu werden. Er pilgerte zunächst Richtung Hochrhein. Nachdem er auf seiner Wanderung der Legende nach im Windental oberhalb Liestals eine Vision erlebt hatte, kehrte er um und liess sich dann in der Ranftschlucht, nur wenige Minuten von seinem Haus, als Einsiedler nieder. Deshalb wird er von der Bildenden Kunst als hagerer, bärtiger Mann (vgl. Abb.) mit Stock und dem Bätti dargestellt, einer Gebetsschnur mit 50 Perlen (den Rosenkranz gab es damals noch nicht).

In seiner Klause führte er als Bruder Klaus ein intensives Gebetsleben, der Schwerpunkt seiner Betrachtungen war die Vertiefung in das Leiden Christi. Immer wieder will er von intensiven Visionen heimgesucht worden sein, die ersten sollen sogar schon im Mutterleib stattgefunden haben. Angeblich nahm er in den letzten 19 Jahren seines Lebens ausser der heiligen Kommunion nichts zu sich und trank lediglich Wasser. Dies bestätigte der zuständige Bischof nach einer Untersuchung. Anderen Quellen zufolge hat Niklaus von Flüe auf Fragen, ob er tatsächlich nichts (weiteres) konsumiert habe, dies verneint oder nicht bestätigt.

Einige seiner Nachkommen bekleideten hohe Ämter und erwarben politischen Einfluss. Besonders bekannt ist sein Enkel Konrad Scheuber (1481–1559), der als Landammann und Richter, aber auch als kluger Kopf und gottesfürchtiger Eremit in die Geschichte der Schweiz einging.

Am 21. März 1487 starb Bruder Klaus nach hartem Todeskampf auf dem Boden seiner Zelle. Bereits bei der Weihe der oberen Ranftkapelle, welche an die Einsiedlerzelle im Ranft angebaut ist, hatte Generalvikar und Weihbischof Thomas Weldner von Konstanz (Titularbischof von Agathopolis) am 27. April 1469 verfügt, «dass Bruder Klaus von Flüe nach seinem Tod in seiner Pfarrkirche begraben werden soll». Dies war für einen Laien in ländlichen Gegenden absolut aussergewöhnlich. Er wurde daher in der alten Pfarrkirche Sachseln beigesetzt. Am 28. August 1679 wurde der Eichensarg mit den Gebeinen von Bruder Klaus in die neue Pfarr- und Wallfahrtskirche überführt. Quelle: Wikipedia

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